Weßling:Bahnhof wird barrierefrei

Weßling: Das Warten hat bald ein Ende: Der Weßlinger Bahnsteig soll barrierefrei ausgebaut werden und mit Rampe und Aufzug zu erreichen sein.

Das Warten hat bald ein Ende: Der Weßlinger Bahnsteig soll barrierefrei ausgebaut werden und mit Rampe und Aufzug zu erreichen sein.

(Foto: Arlet Ulfers)

Die S-Bahn-Station bekommt bis 2025 eine Unterführung mit Aufzug und Rampe. Der Mittelbahnsteig soll verlängert werden.

Von Patrizia Steipe

"NeM 16" heißt das Projekt bei der Deutschen Bahn. Hinter dem Kürzel für "netzergänzende Maßnahme" verbirgt sich der Neubau des Abstell- und Wendegleises in Weßling. Im Zuge der Erweiterung der S-Bahn um eine zweite Stammstrecke soll der Bahnhof auch barrierefrei werden. Bei einer Online-Veranstaltung erläuterten die Vertreter der Bahn das Vorhaben, das bis 2025 realisiert werden soll.

Alexander Rutz und Mohamad Othmann von der DB Netz AG stellten die Baupläne für das neue 225 Meter lange Abstell- und Wendegleis vor. Es soll westlich des Bahnsteigs in der Nähe der Straßen "Am Katzenstein" und "An der Grundbreite" verlegt werden. Dafür müssen Gleise verschoben und neue Weichen installiert werden. Auch die Oberleitung, die Beleuchtung und die Signalanlagen werden erneuert und angepasst. Die Entwässerung ist über eine Rigole beziehungsweise ein 30 Meter langes Versickerungsbecken geplant. Bei der Berechnung seien eventuelle Starkregenereignisse berücksichtigt worden, versicherte Othmann auf Nachfrage.

Um die Anwohner vor Lärm zu schützen, wird auf der Seite "Am Katzenstein" auf 185 Metern Länge eine drei Meter hohe und fünf Meter breite Lärmschutzwand auf der Böschung errichtet. Von der Straße aus werden das etwa acht Meter Höhe sein. Auf die andere Seite des Bahnsteigs kommt eine 50 Meter lange und ein Meter hohe Lärmschutzwand. Ob sie begrünt werde, lautete eine Bürgerfrage. Geplant sei es nicht, so Alexander Rutz. In der Nähe von Oberleitungen seien auch keine Bäume erlaubt. Trotzdem versprach er, mit den Weßlingern über eine Begrünung zu sprechen.

Ein Bürger wollte wissen, ob der kleine Trampelpfad entlang der Gleise, den viele Bahnkunden als Abkürzung in die Wohnsiedlung nutzen, erhalten bleibt. Doch dieser fällt wegen der Lärmschutzwand weg. Neu gebaut werden soll eine zweite zwölf Meter lange Unterführung mit Aufzug und Rampe am östlichen Bahnsteigende. Die Rampe wird 89 Meter lang sein, damit sie die maximale Steigung von sechs Prozent einhält. Der Gemeinderat hatte deswegen bereits überlegt, den geplanten Busbahnhof günstiger zu platzieren, damit die Anbindung an den Bahnsteig kürzer ist.

Neu errichtet wird auch der barrierefreie Mittelbahnsteig. Die Plattform wird von 76 auf etwa 210 Meter verlängert. Unter einem 42 Meter langen neuen Bahnsteigdach können die Fahrgäste dann auf die nächste S-Bahn warten. An der Personenunterführung soll ferner eine neue 18 Meter lange Stützmauer errichtet werden.

Was den von der Gemeinde geplanten Kauf des Bahngebäudes betrifft, so sei klar, dass dies nicht Teil der Umbaumaßnahmen sei, sagte Rutz. Aber es gebe einen Zusammenhang: Solange die Bahn noch kein Baurecht habe, werde sie den Bahnhof auch nicht verkaufen, so der Vertreter der DB. Für den Bau plant die Bahn, Privatgrund als Baustelleneinrichtung zu nutzen. Um mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen, baten die Bahnverantwortlichen bis zum 20. August um Kontaktdaten. Von Seiten der Gemeinde wird versucht, Alternativen auf Gemeindegrund anzubieten.

Im Bereich "Am Katzenstein" könnte es während der Hauptbauzeit 2025 Einschränkungen geben, "aber wir werden sie nicht komplett sperren", versprach Othmann. Außerdem soll es möglichst wenige nächtliche Arbeiten geben. Um diese zu reduzieren, werde die Bahn die Arbeiten so legen, dass ein Großteil während der 18-tägigen Vollsperrung der S-Bahnstrecke im Jahr 2024 und der 29-tägigen Vollsperrung im Jahr 2025 erledigt wird.

Im September möchte die Bahn die Genehmigungsplanungen zusammengestellt haben. Etwa ein Jahr später soll das Anhörungsverfahren beginnen. Der Planfeststellungsbeschluss, der quasi Baurecht bedeutet, wird im September 2023 erwartet. Wegen der Corona-Pandemie werden die Unterlagen vier Wochen lang online ausgelegt. Bürger müssen also nicht extra ins Rathaus kommen. 2024 sollen die vorbereitenden Baumaßnahmen, im Februar 2025 die Hauptarbeiten beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der neue Bahnhof im November 2025 fertig sein.

© SZ vom 23.07.2021
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