bedeckt München 30°

Neue Pläne:Hotel auf Stelzen am Starnberger See

Die mit Holz und Naturstein verkleideten Hütten am Seeufer sollen die drei- bis vierstöckigen Bauten dahinter optisch verdecken. Simulation: WSM Architekten

Der Entwurf für das "Forsthaus am See" in Possenhofen orientiert sich optisch an den Pfahlbauten, die in der Bronzezeit auf der Roseninsel standen.

Von Sylvia Böhm-Haimerl

Für das Hotel "Forsthaus am See" in Possenhofen liegt ein neuer Erweiterungsentwurf vor. Das Besondere daran ist, dass er sich optisch an den Pfahlbauten orientiert, die vor etwa 6000 Jahren auf der Roseninsel standen. Das Pöckinger Architektenteam WSM hat das Konzept nun dem Gemeinderat vorgestellt. Ein Beschluss soll erst im Herbst gefasst werden. Zunächst wollen die Fraktionen intern über den Entwurf beraten, der sich stark von der im Jahr 2018 genehmigten Planung unterscheidet.

Das Forsthaus liegt im Landschaftsschutzgebiet in exponierter Lage am Ufer des Starnberger Sees mit Blick auf das Weltkulturerbe Roseninsel. Derzeit steht das Hotel leer, das Restaurant ist temporär verpachtet, bis ein Neubau umgesetzt werden kann.

Eigentümerin Eva Robl bemüht sich seit dem Jahr 2013 um eine Erweiterung, da der Altbestand stark sanierungsbedürftig ist und die 22 Zimmer nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden konnten. Laut einer von ihr beauftragten Machbarkeitsstudie ist ein Vier-Sterne-Hotel erst ab 120 Zimmern rentabel. Die Eigentümerin hofft nun, das Hotel mit 90 bis 100 Zimmern wirtschaftlich betreiben zu können. Der letzte Entwurf eines Bozener Architekturbüros sah einen massiven Hotelkomplex mit etwa 80 Zimmern vor, der laut dem aktuell beauftragten Architekten Florian Wiesler "letztendlich überall in Europa" stehen könnte.

Nach dem aktuellen Entwurf sollen mehrere Pfahlbauhütten in einer Höhe von etwa fünf Metern über dem See entstehen, in denen ein öffentliches Restaurant mit Biergarten im Süden geplant ist und weiter nördlich ein Hotelrestaurant. Die mit Holz und Naturstein verkleideten Hütten am Seeufer sollen die drei- bis vierstöckigen Bauten dahinter optisch verdecken. Dort ist das eigentliche Hotel mit einem Wellnessbereich und Tagungsräumen geplant. Die vier Baukörper, bei denen ebenfalls das Thema Pfahlbauhütten aufgegriffen wird, sind durch niedrige Zwischenbauten verbunden. Auch Mitarbeiterunterkünfte sind vorgesehen. Parken ist in einer Tiefgarage mit 120 Stellplätzen auf zwei Ebenen geplant. Die Zufahrt soll über die Königinstraße in Höhe der Fußwegabzweigung erfolgen.

Laut Bürgermeister Rainer Schnitzler ist die frühere Planung genehmigt worden. Schon damals war eine Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet von 8000 Quadratmetern vorgesehen. Als Ausgleichsfläche sollen der Uferbereich sowie der Bach renaturiert werden, der zwar auf Pöckinger Flur liegt, jedoch der Nachbargemeinde Feldafing gehört. Nach Angaben der Planer hat das Amt für Landwirtschaft und Forsten bereits seine Zustimmung zu dem Eingriff in den Naturwald signalisiert. Diese sei aber speziell an den aktuellen Entwurf gekoppelt, betonten sie. Laut Schnitzler ist die vorgesehene Bebauung zwar lockerer als die genehmigte. Dennoch müsse man sich erneut mit der Nachbargemeinde Feldafing abstimmen.

Der Altbestand ist stark sanierungsbedürftig.

(Foto: Arlet Ulfers)

Das mehr als 100 Jahre alte, ehemalige Forsthaus war in den 60er-Jahren zu einem Hotel umgebaut worden und erfreute sich großer Beliebtheit. Allerdings hatten die Veranstaltungen stets das sommerliche Verkehrschaos an der Flurgrenze zu Feldafing und dem dortige Strandbad verstärkt. Zu klären ist daher noch, wie der Busverkehr zum Hotel in der engen Straße abgewickelt werden kann. Im vergangenen Jahr hatte die CSU ein Mobilitätskonzept beantragt, das laut Bauamtsleiterin Miriam Heuer im Herbst vorgestellt werden soll. Darin werde auch die Verkehrsproblematik in der Königinstraße thematisiert, sagte sie.

© SZ vom 27.07.2020
Berg RH, Gemeindearchiv Rottmannshöhe

Geschichte
:Als am Starnberger See noch eine Seilbahn fuhr

Auf der Rottmannshöhe in Berg werden heute Kinder und Jugendliche therapiert. Einst war sie ein beliebtes Ausflugsziel mit einer besonderen Attraktion.

Von Sabine Bader

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite