bedeckt München 18°

Neues "Kult Cafe":Nächster Halt Rockabilly

Viel Geld investiert: Wirt Marcin Dybowski und seine Lebensgefährtin Anna Skupinska vor ihrem neuen Lokal im Bahnhof Gilchng-Argelsried. An diesem Samstag feiern sie Eröffnung mit geladenen Gästen und dem Musiker Erik Berthold.

(Foto: Arlet Ulfers)

Der Wirt des Inninger "Spectacels", Marcin Dybowski, eröffnet am Samstag sein Lokal im Bahnhof Gilching-Argelsried. Einmal in der Woche stehen Konzerte auf dem Programm.

Von Christian Deussing

Nach langer und harter Arbeit kann Marcin Dybowski sein Lokal "Kult Cafe" im sanierten, alten Bahnhofsgebäude Gilching-Argelsried eröffnen. Die Einweihung sei schon für den 1. April geplant gewesen, doch dann habe das leider die Corona-Krise verhindert, sagt der Gastronom, der auch das "Kultcafé Spectacel"in Inning betreibt und früher das "Bauernbäck" in Gilching führte. Der 41-Jährige und seine Lebensgefährtin Anna Skupinska feiern an diesem Samstag von 19 Uhr an mit Bürgermeister Manfred Walter, Gemeinderäten und weiteren geladenen Gästen die Eröffnung mit dem Gitarristen und Sänger Erik Berthold, der auf kleiner Bühne und mit einem Deko-Mikrofon aus den "Goldenen Zwanzigern" auftreten wird.

Der Retro-Kaffeehausstil ist gemütlich. Das Ambiente mit gepolsterten Stühlen und schweren Samtvorhängen passt und gehört zum Konzept des neuen Pächters und gelernten Restaurateurs. "Der Gast soll sich wohlfühlen, das Lokal eine Seele haben und für Gilching eine Visitenkarte abgeben", sagt Dybowski. Wegen der Corona-Regeln könnten aber statt 47 derzeit nur etwa 30 Plätze angeboten worden. Und die Hocker vor der mächtigen Bar mit Fassbier-Ausschank und edlen Whiskey-Sorten müssen noch frei bleiben. Vor dem fast 120 Jahre alten Bahnhofsgebäude befindet sich jetzt ein niedriger schwarzer Zaun, hinter dem im Windschatten des Gebäudes noch Tische aufgestellt werden. Auch ein kleiner Biergarten findet noch Platz.

Das Wirtspaar ist überzeugt davon, dass sein Konzept auch in diesen schwierigen Zeiten ankommt. Es sucht noch einen Kellner, eine Küchenhilfe, einen Barmann und einen dritten Koch. Das Lokal ist zunächst montags bis samstags von 11 bis 23 Uhr geöffnet, auf der Speisekarte stehen unter anderem Schnitzel und Nudelgerichte sowie gute Weine zu fairen Preisen. Am Eingang befindet sich auch eine Vitrine für Kuchen und Salate. Man habe überdies ein Bistro mit "To-Go-Angeboten", sagt Dybowski, der viel Geld ins Inventar investiert hat.

Er zeigt auf die 50 Schwarzweiß-Fotos von Musikern an den Wänden. Die Künstler seien alle bei ihm im "Spektacel" aufgetreten, und viele würden auch Konzerte in seinem neuen Gilchinger Lokal geben, in dem später zudem Lesungen und Ausstellungen stattfinden sollen. Der Pächter plant jeweils dienstags, 19 Uhr, musikalische Darbietungen - ohne Eintritt, nur mit Spende im kreisenden Hut. Am 22. September wird Chris DocSchneider mit Busstop Rokkers auftreten, eine Woche darauf werden französische Chansons zu hören sein. Auch Jazz, Swing, Blues oder Soul sollen wöchentlich im "Kult Cafe" geboten werden.

Für etwa 1,6 Millionen Euro hatte die Gemeinde das erworbene Bahnhofsgebäude in den vergangenen Jahren renoviert und umgebaut - und zuletzt auch noch die Akustik verbessert. Überdies soll das Haus künftig besser ausgeleuchtet werden und möglichst viele Gäste anlocken.

© SZ vom 18.09.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite