Nepomuk:Abtauchen mit den Jungs aus Eckernförde

Nepomuk: Überall Trubel, selbst auf dem See: Dem Nepomuk wird das langsam zu bunt.

Überall Trubel, selbst auf dem See: Dem Nepomuk wird das langsam zu bunt.

(Foto: Arlet Ulfers)

Der Wassergeist hat die Nase voll: Er ist genervt vom ganzen Trubel im Fünfseenland und auf dem See. Und jetzt startet auch noch die Frauenfußball-WM. Am liebsten hätte er einfach seine Ruhe.

Von eurem Nepomuk, Starnberg

Also jetzt mal ganz offen und ehrlich: Langsam bin ich echt genervt. Gestresst. Angepestet. Oder alles zusammen. Und warum? Ganz einfach: Pausenlos ist hier immer irgendwas los. Dorffeste, Stadlfeste, lange Tafeln, Jubiläumsfeiern - und dann auch noch Markus Söder auf dem "Heiligen Berg" in Andechs. Bei allem Respekt, aber man mag auch mal wieder seine Ruhe haben und will sich nicht pausenlos entscheiden, wo man nicht hingeht.

Stichwort "gehen": Gehen wir mal in medias res, wie kluge Leute gerne sagen. Die lateinische Phrase bedeutet soviel wie "mitten in die Dinge", was aber nicht halb so schlau klingt. Aber egal, zurück zur Sache: In Gauting geht an diesem Wochenende das Kulturspektakel über die Bühne, ein Klassiker, den es schon seit 1983 gibt. Auch im Mühltal geht was: drei Tage lang eine wilde Techno-Party. Ihr wisst schon: beats per minute, umpf, umpf, umpf, bumm, bumm, bumm. Und in Bernried, haha, kein Witz, geht es neben der lustigen Otto-Ausstellung im Buchheim-Museum bei einem Festival vor allem um Humor.

Ganz schön was los also, selbst auf dem See: Da treffen sich die einen am Samstag in Ammerland, werden mit Bussen nach Tutzing gekarrt und schwimmen zurück nach Ammerland. Die anderen treffen sich am Sonntag in Possenhofen, fahren mit dem Bus auf die Ostuferseite nach Leoni und schwimmen dann zurück nach Possenhofen zum La Villa. Das Motto: "Cross'n'Chill". Dazwischen rauschen Segelboote umher, da geht es um die Wette: Drachen, O-Jollen und die "Amazonen" vom Touring Yacht Club. Ein Wunder, dass bislang noch kein Klimakleber auf die Idee gekommen ist, sich im Wasser festzubappen.

Und jetzt muckelt meine Nepomuka auch noch rum: Die hat ihr Herz für Fußball entdeckt und will unbedingt 'nen neuen Fernseher. Pah, Fußball, sag' ich nur: Erinnert euch mal an dieses deutsche Gegurke bei der Winter-Weltmeisterschaft in Katar. Statt spielerischer Herrlichkeit auf dem Rasen überbezahlte Überheblichkeit. Aber nein, sagt Nepomuka: Die Frauen werden es jetzt rocken. Im heißen Australien läuft nämlich die WM, das größte Sportereignis aller Zeiten nur für Frauen. Und die deutschen Mädels sind Favorit - wenn sie wenigstens die Vorrunde überstehen.

Am schönsten soll Fußball sowieso im Biergarten beim Public Viewing sein. Aber diesmal? Fehlanzeige überall. Kein Sommermärchen, kein "Deutschland, Deutschland". Dabei spielen die Frauen nicht nur den schöneren Fußball, sondern strengen sich auch mehr an. Ich allerdings würde mir am liebsten einfach den Fernseher schnappen und mit den Jungs vom U-Boot aus Eckernförde, Besatzung Delta, auf Tauchstation gehen. Und tschüss! Mit Fregattenkapitän Nils Kirschall und seiner Truppe, die gerade in Starnberg zu Besuch ist, würde ich Frauenfußball bis zum Abpfiff schauen und erst im nächsten Jahr wieder auftauchen: Dann feiern Starnberg und Team Delta mit einer wilden U-Boot-Party die 60-jährige Patenschaft. Also ehrlich: Das wäre doch schön.

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