Musik Das Sammersee-Festival ist gerettet

Entspannte Stimmung: Beim Sammersee-Festival ließ es sich im vergangenen Jahr gut chillen.

(Foto: Sammersee e.V., von Meding)

Nach langem Hin und Her genehmigt der Schondorfer Gemeinderat doch noch die beliebte Benefiz-Veranstaltung, obwohl es im Vorjahr Ärger und Alkoholexzesse im Umfeld gab.

Von Armin Greune

Das "Sammersee" ist zumindest vorerst gerettet: Die 13. Auflage des einzigartigen Popfestivals direkt am Schondorfer Seeufer kann heuer doch am 26. und 27. Juli stattfinden. In der jüngsten Sitzung genehmigte es der Gemeinderat einstimmig und beschloss, die Veranstaltung zu unterstützen, indem man etwa einen privaten Sicherheitsdienst anheuert. Nach Ausschreitungen im Umfeld der Musikveranstaltung und heftigen Protesten der Anlieger war das Sammersee zuletzt auf der Kippe gestanden: Im Dezember waren einige Gemeinderäte nicht mehr bereit, dem Benefiz-Festival für zwei aufeinanderfolgende Tage zuzustimmen. Das hätte für Sammersee das Ende bedeutet, denn für nur einen Tag hätte sich der Aufwand der ehrenamtlichen Organisatoren nicht mehr gelohnt.

Seit 2007 planen Jugendliche aus Schondorf und Umgebung alljährlich diese Veranstaltung, die sich wohltuend von kommerziellen Großfestivals abhebt: mit bekannten Bands und interessanten Newcomern, erfrischend unkonventioneller, handgestrickter Gestaltung und sympathischen, selbstgezimmerten Ständen. Barrierefreiheit und ökologische Nachhaltigkeit gehören ebenso zum Konzept wie bescheidene Eintrittspreise - dennoch können immer mehrere tausend Euro Einnahmen erzielt und an soziale Organisationen überwiesen werden. Nur wenige Wochen nach jedem Festival beginnen die Jugendlichen mit der Organisation des nächsten, Arbeitstreffen und Klausuren ziehen sich fast über ein Jahr hinweg.

Auch im vergangenen Jahr verlief das Sammersee selbst relativ entspannt - doch vor den Toren des Areals am Strandbad Forster kam es zu alkoholbedingten Exzessen und erheblichen Lärmbelästigungen bis zum frühen Morgen: Randalierer beleidigten Anlieger, hinterließen Unrat und zerbrochene Flaschen. Für die schlimmsten Verwüstungen war nach Ansicht von Bürgermeister Alexander Herrmann allerdings nicht nur der "Nachaufenthalt" von Festivalbesuchern verantwortlich, sondern auch gleichzeitig stattfindende Privatfeiern, auf denen - im Gegensatz zum Sammersee - harte Alkoholika konsumiert wurden.

Unter dem Eindruck dieser und weiterer Vorfälle erließ der Gemeinderat im Oktober ein generelles Alkoholverbot im Umfeld von Veranstaltungen in Seenähe: An Abenden von Events ist der Konsum von 18 Uhr bis 6 Uhr früh untersagt, auch die Wiedergabe elektronisch verstärkter Musik wird nicht gestattet. Darüber hinaus wurde nun eine neue Satzung über die Benutzung der Seeanlage erarbeitet, die der Gemeinderat in der Sitzung am Mittwochabend verabschiedet hat. Darin wurde der Alkoholkonsum nicht prinzipiell verboten - schon weil die Überwachung kaum gewährleistet wäre: Anders als in Herrsching oder Utting patrouillieren in Schondorf nachts keine Wachleute am Seeufer. In der Satzung ist nun festgelegt, dass die Gemeinde den Alkoholkonsum "bei Vorliegen triftiger Gründe" verbieten kann.

Außerdem werden in der Zone zwischen Seestraße und Ammersee das Feiern von Partys, elektronisch verstärkte Musik, Grillen, Feuerstellen, Feuerwerk, Nächtigen und Kampieren untersagt. Weiter verstößt auch das Fahren und Parken von Kraftfahrzeugen sowie das Radfahren gegen die Satzung. Ordnungswidrigkeiten können mit Bußgeldern bis 500 Euro geahndet werden. Allerdings sind für all diesen Verhaltensregeln prinzipiell auch Befreiungen möglich. Bevor die Satzung in Kraft tritt, soll sie noch einmal von einem Juristen überprüft werden.