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Gauting/Feldafing:Keine Spuren im Wald

Die Anschläge auf die Bahn im Vorjahr mit angesägten Bäumen bleiben ungeklärt, die Polizei hat die Ermittlungen nun eingestellt.

Christian Deussing

Gauting/FeldafingVon dem Täter, der voriges Jahr zwei Bäume an den Bahngleisen bei Gauting und Feldafing angesägt und einen S-Bahnunfall verursacht hatte, fehlt weiterhin jede Spur. Die Ermittlungen seien inzwischen eingestellt worden, sagte dazu auf Anfrage Manfred Frei, Chef der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck. Wie berichtet, war am 27. Mai 2011 eine 15 Meter hohe Fichte so angesägt worden, dass sie bei Feldafing auf die Gleise stürzte. Eine S-Bahn konnte trotz Notbremsung nicht mehr rechtzeitig stoppen und prallte gegen das Hindernis. Der Lokführer und 60 Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon und blieben unverletzt. Der Schaden belief sich auf rund 40 000 Euro.

Im ersten Fall, am 25. März vorigen Jahres bei Gauting, hatte ein Passant den Lokführer noch vor einer umgestürzten Buche warnen können. Die Ermittler fanden heraus, dass die jeweiligen Schnitte mit einer Handsäge laienhaft erfolgt seien und nicht von Waldarbeitern stammten. Befragt wurden auch Förster und Jäger, ob sie verdächtige Personen gesehen hätten. Die Fahnder glaubten zeitweise, einem mutmaßlichen Täter auf der Spur zu sein - der Verdacht erhärtete sich laut Kripo aber dann doch nicht. Eingeschaltet war auch der Staatsschutz, weil ein gezielter Sabotageakt auf die Bahn AG vermutet wurde. Es seien aber weder Bekenner- noch Erpresserbriefe aufgetaucht, auch das Motiv sei unklar geblieben, sagte Kriminaloberrat Frei. Zudem konnten Experten der Technischen Universität München - die die Stümpfe der Bäume untersucht hatten - die Tatzeit nicht näher bestimmen.

© SZ vom 05.05.2012
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