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Fünfseen-Filmfestival:Viel Publikum bei Open Airs

"Das Leben ist ein Fest": Schon beim Auftaktfilm des Open-Air-Kinos 2018 blieb am Donnerstagabend im Starnberger Seebad kaum ein Stuhl unbesetzt.

(Foto: OH)

Veranstalter Matthias Helwig ist begeistert vom bisherigen Verlauf des Kinos im Seebad. Auch die Freilichtbühnen in Starnberg und Utting sind zufrieden.

Von Armin Greune

Ausverkaufte Aufführungen allerorten: Heuer wird im Fünfseenland der Mut zum hochsommerlichen Open-Air-Event endlich mal belohnt. Ob Seebühne Utting, Tragaudion im Schlossgarten oder Freiluftkino im Seebad: Dank des prächtigen Wetters strömt das Publikum so zahlreich zu den abendlichen Aufführungen, dass zumindest bis dato die Veranstalter voll auf ihre Kosten kommen.

"Schöner könnt's nicht sein", freut sich Matthias Helwig, der bis Dienstag auf fünf durchweg gut besuchte Vorstellungen seines Open-Air-Kinos zurückblicken konnte. 1500 Zuschauer wurden bislang am Ufer des Starnberger Sees gezählt, was im Mittel genau der Zahl der aufgestellten Stühle entspricht. An Bierbänken gibt es aber weitere Plätze, so dass noch kein Abend restlos ausverkauft war. Dennoch übertraf der Auftakt des bis 15. August laufenden Open Airs Helwigs Erwartungen. Ein besonderes Erlebnis war die Blutmondnacht am Freitag, als bei der Vorführung von "Die Verlegerin" immer wieder Zuschauer aus den voll besetzten Reihen aufstanden, um zwischendurch am See einen Blick auf die Mondfinsternis zu werfen. "Ich glaube, wir haben alles richtig gemacht", sagt Helwig, der heuer erstmals sein Open Air aus dem eigentlichen Fünfseen-Filmfestival herausgelöst und in die Hundstage vorangestellt hat. 2017 musste er wegen fehlender Zuschauer ein Defizit von 30 000 Euro privat tragen. Der neue Modus habe sich aber nicht nur bewährt, weil bislang die Kasse stimmt - Helwig genießt es auch, sein Publikum jeden Abend persönlich auf die Filme einzustimmen.

Der Starnberger Theaterverein "Tragaudion" hatte bei seinen "Hamlet"-Aufführungen nicht ganz so viel Glück mit dem Wetter: Am vorletzten Wochenende musste das Stationentheater im Schlossgarten zweimal wegen Regens abgesagt werden. Dafür wird eine Vorstellung an diesem Donnerstag nachgeholt. Wie für die beiden letzten regulären Termine am Freitag und Samstag gibt es dazu keine Karten im Vorverkauf mehr, doch an der Abendkasse werden noch Restplätze vergeben. "Der Zuspruch war heuer enorm, wir haben teilweise Leute wegschicken müssen, was uns sehr leid getan hat", sagt Regisseur Jan Björn Potthast. Mehr als 70 Zuschauer sind im Schlossgarten nicht unterzubringen.

Auch die Zwischenbilanz der Uttinger Seebühne fällt sehr positiv aus. Seit 20. Juli führt die semiprofessionelle Theatergruppe täglich außer montags das Singspiel "Im weißen Rössel" direkt auf dem Ammersee auf. Selbst am verregneten Wochenende hat man sich nicht abhalten lassen, zu spielen: "Es hat genieselt, aber wir und unser Publikum haben jeweils bis zum Schluss durchgehalten", sagt Dany Mayland, Sprecherin des Ensembles. Allerdings holten sich drei Laiendarsteller dabei Erkältungen. Ausgefallen seien sie freilich deshalb noch lange nicht: "Sie haben halt tagsüber Bonbons gelutscht und ihre Stimmen geschont." Am nassen Sonntag, 22. Juli, kamen nur 60 Zuschauer, doch danach waren alle Vorstellung ausverkauft. 340 Plätze bietet die neue Tribüne, die Chancen stehen nicht schlecht, dass diese Saison bis zum 11. August die best besuchte in den 21 Jahren des Bestehens der Seebühne wird: "Bis jetzt ist es super für uns gelaufen", meint Mayland.

© SZ vom 01.08.2018

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