Roseninsel Die Schätze des Königs

Neue Pretiosen auf der Roseninsel; Neu auf der Roseninsel Feldafing Vorstellung der neuen, im 3D-Druckverfahren hergestellten Ausstellungsstücke auf der Roseninsel im Starnberger See. Casino auf der Roseninsel; Pretiosen aus dem 3D-Drucker

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Öllampe, Wasserspeier und Salbölfläschchen: Zum 15-jährigen Bestehen des Museums auf dem Eiland im Starnberger See zeigt die Schlösserverwaltung Sammlerstücke von Maximilian II. - wenn auch nur als Repliken.

Von Astrid Becker, Feldafing

Es ist mittlerweile 19 Jahre her, als sich ein kleiner Kreis von Freunden auf den Weg macht, um die damals noch recht verwaiste Roseninsel zu besichtigen. Trist muss das Casino, wie die Villa dort heißt, ausgesehen haben, ganz ohne Terrassen, Eingangstreppen und mit verschlossenen Holzläden an den Fenstern. Vier Jahre später zeigen sich Insel und Gebäude der Öffentlichkeit in völlig verwandelter, wieder restaurierter Optik und einer Dauerausstellung, die von der abwechslungsreichen Geschichte des kleinen Eilands erzählt, das seit 2011 auch Unesco-Weltkulturerbe ist. Zum 15. Geburtstag des kleinen Museums sind nun einige antike Fundstücke aus dem Schatz König Maximilians II. dorthin zurückgekehrt - zwar nicht im Original, aber in Form von Repliken, die in einer aufwendigen 3-D-Drucktechnik hergestellt worden sind.

Rund 20 000 Euro hat die Bayerische Schlösserverwaltung für die Nachbildung von fünf Exponaten ausgegeben, die sie mit Hilfe der Staatlichen Antikensammlung durch das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung anfertigen ließ. Zusammen mit zwei weiteren Repliken, die der Förderkreis Roseninsel gestiftet hat, werden diese in einer Schrankvitrine aus Ahornholz gezeigt.

Auch diese ist eine Rekonstruktion des Originals, das König Maximilian II. einst im Casino aufgestellt hatte. Darin bewahrte er seine ganz persönlichen Schätze auf: antike Fundstücke, die teilweise von der Roseninsel, aber wohl auch von anderen Orten stammten. Von 48 Objekten dieser Art hatte der Inselchronist Sigmund von Schab 1877 in einem Beitrag zur Roseninsel geschrieben, die angeblich bei den Bauarbeiten der Villa und der Anlage des Rosengarten gefunden worden sind. Mittlerweile gilt es aber als gesichert, dass keineswegs alle diese Stücke von dem Eiland stammen können, sondern vielmehr der großen Sammelleidenschaft des Königs zuzuschreiben sind.

27 Stücke sind bis jetzt in der Archäologischen Staatssammlung als die von Schab beschriebenen 48 identifiziert worden. Insgesamt sieben sind nun wieder dort zu sehen: Ein römischer Dachziegelabschluss in Form eines Frauenkörpers, eine Öllampe aus dem erste Jahrhundert nach Christus, ein Salbölfläschen aus hellenistischer Zeit, eines aus dem vierten Jahrhundert vor Christus und einem römischen Wasserspeier, der einen Faunkopf zeigt. Sie werden zusammen mit dem Pantherweibchen und der Speerspitze ausgestellt, die der Förderkreis gesponsert hat.

Dieser Verein war damals, nach dem Besuch der Insel, aus dem Kreis privater Freunde entstanden. Von Anfang an war es ihm ein Anliegen, die Insel wieder in ihren Originalzustand zu versetzen. "Den Schatz wieder aus dem Dunkel der Magazin-Räume zu erlösen", hatte es die langjährige Vorsitzende Marie von Miller-Moll bereits 2003 bei einer Jahresversammlung des Fördervereins in Pöcking genannt. So ganz wird sich dieser Traum allerdings nicht erfüllen, denn die Bayerische Schlösserverwaltung hält dies nicht für umsetzbar. Brandschutz, mögliche Beschädigungen durch Besucher und damit versicherungstechnische Fragen stünden dagegen, wie am Rande eines Pressetermins am Montag deutlich wurde. Letztere waren angeblich auch der Grund, warum die Originale nicht ins Casino zurückkehren durften.

Dass nun immerhin die aufwendig hergestellten Kopien zu sehen sind, ist der "Hartnäckigkeit" und "Penetranz" des Fördervereins zuzuschreiben, wie es Finanz- und Heimatstaatssekretär Hans Reichhart bei der Präsentation der neuen Exponate nannte. Unterstützung hatte der Verein dabei von der CSU-Landtagsabgeordneten Ute Eiling-Hütig bekommen, die im Nebenfach Archäologie studiert hat. "Dank modernster Technik kann man hier die Geschichte so erfahren, wie es schon die bayerischen Könige taten", betonte nun auch Reichhart. Unter der modernen Technik ist ein Verfahren zu verstehen, bei dem die Originale scheibchenweise, wie bei einer Computertomografie, gescannt werden. Das so entstehende Modell wird in Kunststoff detailgetreu nachgebildet.

Am 20. Juli sollen noch zwei Warwick-Vasen einen Platz auf der Terrasse finden. Auch sie sind 3 D-Nachgüsse - und ein Geschenk des Fördervereins zum 15. Geburtstag des Museums.