Brand in Starnberg 35-Jähriger erliegt nach Feuer in Doppelhaus seinen Verletzungen

In der Küche ist der Brand in dem Doppelhaus ausgebrochen und hat den Raum komplett zerstört.

(Foto: Georgine Treybal)

Der Notarzt hatte den Söckinger reanimiert. Ursache für das Feuer war brennendes Fett in einem Topf. Die Alarmkette ausgelöst hatte Nachbarshund Pepe.

Von Christian Deussing

Der 35-jährige Mann, der am frühen Samstagmorgen in Starnberg aus seiner völlig verqualmten Wohnung von Feuerwehrleuten herausgezogen wurde, ist am Montagnachmittag in einer Klinik gestorben. Das teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord mit. Nach dessen Angaben war der Brand gegen 4.15 Uhr in der Küche des Doppelhauses an der Alpspitzstraße im Ortsteil Söcking ausgebrochen - die Ursache sei wohl brennendes Fett in einem Topf gewesen. Der Mann war gerade von seiner Nachtschicht heimgekommen und wollte sich offenbar noch etwas auf dem Herd zubereiten. Der Schaden wird auf 80 000 Euro geschätzt, das verrußte Gebäude ist laut Polizei für Monate nicht bewohnbar.

Die Feuerwehrleute hatten den Bewohner bewusstlos vor einer Couch liegend im Wohnzimmer entdeckt, ein Notarzt reanimierte ihn. Doch der Söckinger hatte giftige Rauchgase eingeatmet und schwebte weiter in Lebensgefahr, nachdem er in eine Klinik gebracht worden war.

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Dabei hatte die Nachbarin, die den Alarm ausgelöste hatte, am Montagmittag noch gehofft, dass es der Mann schafft. Ihr Mischlingshund Pepe hatte gegen 4 Uhr am Sonntag angeschlagen und sie geweckt. Die 71-Jährige hörte durch die Wand etwas scheppern und knistern und schaute aus dem Toilettenfenster. "Ich sah dort zuerst das Licht aus der Küche des Nachbarn und dann den Feuerschein", erzählt die Rentnerin.

Der Nachbar komme um diese frühe Uhrzeit öfter von der Nachtschicht nach Hause, sagte die Söckingerin, die den 35-Jährigen schon als kleinen Buben kannte. In der Schreckensnacht handelte die Witwe geistesgegenwärtig: "Ich rannte im Nachthemd nach drüben, klingelte und klopfte an die Tür und rief den Nachbarn", berichtete die frühere Erzieherin. Die Einsatzkräfte seien schnell eingetroffen und hätten den Mann noch aus der Wohnung bergen und den Brand bald löschen können. "Ein Feuerwehrmann holte sogar noch Pepe aus meiner Wohnung, weil ich draußen warten musste", bedankte sich die Frau. Der Hund stamme aus dem "Tierschutz".

Nachbarshund Pepe hatte gebellt und seine Besitzerin geweckt, die noch versuchte, ihren 35-jährigen Nachbarn zu retten.

(Foto: Georgine Treybal)

Nebenan suchen die Brandfahnder nach Spuren. Die Küche ist komplett ausgebrannt, das Fenster mussten die Feuerwehrleute einschlagen, um mit Atemschutzmasken in die Wohnung einzudringen. Noch am Montag roch es vor dem versiegelten Haus nach Qualm und Ruß.

Ein Anwohner war am frühen Sonntag durch den Einsatz der Feuerwehren, die mit fünf Fahrzeugen anrückten, wach geworden. "Ich sah eine hohe Rauchsäule und alles war erleuchtet", berichtete der ältere Mann. Er habe gehört, dass der Nachbar gerade einen Job in einem Hotel gefunden haben soll. Von dem Brand und Tod in ihres Sohnes wusste die Hauseigentümerin am Montagnachmittag offenbar noch nichts. Die Frau hatte mit ihrem Sohn unter einem Dach gewohnt und war kurz vor dem Unglück in die Türkei geflogen, um dort zu wandern.