Berg am Starnberger See:Was tun gegen die Mückenplage?

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Fünf Minuten draußen, 20 Stiche: Die Blutsauger haben sich im Moor nach dem Regen besonders stark vermehrt.

Von Sabine Bader, Berg

Schwarze surrende Wolken. 20 Mückenstiche in fünf Minuten. Wer seine Autotüre einen Spalt öffnet, hat mindestens 15 Mücken im Wagen. Und um die Hasen zu füttern, muss eine Neunjährige einen Imkeranzug anziehen. So beschreibt Verena Machnik (Grüne) die derzeitige Situation zu Hause in Höhenrain. "Es ist keine Lebensqualität mehr", resümiert sie am Dienstagabend im Gemeinderat.

Dass die Insekten heuer vor allem im Moorgebiet zwischen Allmannshausen, Sibichhausen und Höhenrain überhand genommen haben, liegt an den häufigen Niederschlägen der vergangenen Wochen. Die beiden Staudämme bei Schwabbruck und an der Sibichhauser Straße mussten zeitweilig geschlossen werden, damit der Lüßbach nicht über die Ufer tritt und in den angrenzenden Kellern Schäden anrichtet. Laut Bürgermeister Rupert Steigenberger fielen jüngst 140 Liter Regen auf den Quadratmeter.

Auch wenn wohl niemand in der Gemeinde bezweifelt, dass die Rückhaltebecken für die Überflutung der gefährdeten Dörfer Farchach und Höhenrain ein Segen sind, hat die Mückenplage seit dem Bau der Dämme vor 14 Jahren massiv zugenommen. Die Folge war neuerdings wieder einmal: In den Wasserlachen und Tümpel fühlten sich die Insekten pudelwohl. Denn dort herrschten perfekte Bedingungen für ihre Eiablage, um sich rasant vermehren zu können.

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Natürlich ist Machnik als Grüne nicht daran gelegen, dass die Gemeinden den Insekten mit Gift zu Leibe rückt. Außerdem hat das Gremium dies in früheren Abstimmungen mehrfach abgelehnt. Die Krux für Machnik ist: "Wie kann man es schaffen, dass das Wasser schneller abläuft?" Diese und andere Fragen will sie gerne mit Fachleuten erörtern. Ins selbe Horn blies auch Harald Kalinke von der QUH. Der Unternehmer wohnt und arbeitet selbst in Höhenrain und kennt das Mückenproblem daher aus eigener Erfahrung. Kalinke setzt auf "bauliche Maßnahmen", mit denen man sicher stellt, dass das Wasser schnell abfließt. Kalinke könnte sich auch größere Teiche vorstellen, in die man Fische einsetzt, für die die Mückenlarven als Nahrungsquelle dienen.

Weniger begeistert von der ausufernden Insektendebatte war hingegen Rathauschef Rupert Steigenberger. "Ich kann die Mücken nicht davon abhalten, sich zu verbreiten", sagte er. Und das Moor zu entwässern und es damit trocken zu legen, stelle nun mal auch keinesfalls eine Option dar.

Peter Sewald (Einigkeit) plädierte als einziger im Gremium dafür, doch noch einmal über den Einsatz von Insektiziden nachzudenken. Ein Vorschlag, den allerdings keiner seiner Kollegen aufgriff. Jetzt will man die Mückenfrage jenseits von Spritzmitteln noch einmal mit einem Fachmann erörtern.

© SZ vom 10.09.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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