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133. Todestag des Märchenkönigs:Treue Pilgerschar

Hunderte Menschen gedenken in Berg Ludwigs II. Der Monarch war am 13. Juni 1886 gestorben. Aktionen wie früher - wie etwa der Guglmänner - gibt es diesmal aber nicht.

Früher war mehr Lametta. Dieser Gedanke kann einem beim Gedenkgottesdiensts zum 133. Todestag von König Ludwig II. an der Berger Votivkapelle schon in den Sinn kommen. Früher, zum Beispiel, traten meist die Guglmänner in ihren schwarzen Kapuzenmänteln auf: Mitglieder eines bayerischen Geheimbundes, die Schilder in den Händen trugen, auf denen etwa "Es war Mord" zu lesen war. In diesem Jahr hingegen nichts dergleichen. Zwar hatten sich drei Guglmänner erst vor kurzem zu einem Fotoshooting am See eingefunden. Doch eine spezielle Aktion, wie sonst so oft, so hieß es, sei nicht geplant.

Dennoch ist die Menge der Königstreuen, die sich an diesem Sonntag an der Votivkapelle treffen, groß. Hunderte sind es, die in Tracht und Uniform des Monarchen gedenken, der unterhalb der Kapelle im Starnberger See am 13. Juni 1886 zu Tode kam. Von einem Unglück war lange Zeit die Rede, von Suizid ebenso. Die Guglmänner und andere Königstreue jedoch hatten stets die These vertreten, dass Ludwig II. ermordet worden ist. Hoteldirektor Rudi Schmid aus dem Bayerischen Wald, der erst seit zwei Jahren bei einer der vielen königstreuen Vereinen ist und seither zum Gedenkgottesdienst nach Berg an den Starnberger See kommt, will sich da weniger festlegen. Er meint nur, es könne schon sein, "dass da was war".

Doch eine tragende Rolle spielt die Frage nach Mord, Selbstmord oder Unfall diesmal nicht. Stefan Jetz, stellvertretender Landrat der CSU aus Altötting und Vorsitzender vom Verband der Königstreuen, lobt Ludwig II. vielmehr als Verkehrspolitiker, der sich zu seinen Lebzeiten für den Schutz von Radlern und Fußgängern eingesetzt habe: "Das weiß heute kaum noch jemand." Überhaupt sei die Sache mit der Erinnerung speziell, wie auch das König-Ludwig-Double, Siegfried Mathes, sagt: "Wissen Sie, überall wird Ludwig mehr verehrt als hier. Dabei könnte Berg eine Pilgerstätte werden, wie Andechs oder Altötting."

Widersprechen kann man ihm nur schwer. Denn gekommen sind zwar viele Königstreue aus ganz Bayern, aber nur wenige aus dem Landkreis - stattdessen aber sogar ein paar Italiener. Zum Beispiel Antonio Quarta, ein Schriftsteller aus Ferrara, der Bücher über bayerische Geschichte in Italien schreibt. "Dort liebt man Ludwig", sagt er, "vielleicht noch mehr als hier."