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Stadtwerke:Straßenbahnen sollen mit Wlan ausgerüstet werden

Trambahn in München, 2016

Mobiler Wlan-Hotspot auf der Schiene: In der Münchner Tram soll in Zukunft jeder gutes Netz haben.

(Foto: Florian Peljak)
  • Finanzminister Markus Söder will alle 114 Münchner Straßenbahnen mit Wlan-Hotspots ausrüsten.
  • Die Kosten von 900 000 Euro würde der Freistaat zahlen. Die Folgekosten von monatlich 3400 Euro müssten die Stadt oder die Stadtwerke (SWM) übernehmen.
  • Die SWM ist offen für das Angebot, will aber erst die Kosten genau prüfen.

Tram fahren und dabei surfen: Geht es nach Markus Söder (CSU), soll das vom kommenden Jahr an in München besser möglich sein. Am Mittwoch hat der bayerische Finanzminister verkündet, alle 114 Straßenbahnen mit Wlan-Hotspots ausrüsten zu wollen. "BayernWlan" nennt sich das Angebot, das für die Nutzer kostenlos ist. Jeder kann sich mit Handy oder Computer einloggen, dazu muss man nur den Nutzungsbedingungen zustimmen. Illegale sowie pornografische oder gewaltverherrlichende Inhalte werden mit einem Jugendschutzfilter blockiert. Bisher gibt es das Angebot vor allem in Behörden, bis 2020 - so der Plan des Finanzministers - soll es in Bayern 20 000 Hotspots geben.

900 000 Euro würde die Umrüstung der Trambahnen kosten - das würde der Freistaat zahlen. Die Folgekosten von monatlich 3400 Euro müssten die Stadt oder die Stadtwerke München (SWM) tragen. Während Münchens Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU) die Initiative seines Parteifreundes lobt und von einem "sehr sinnvollen Pilotprojekt" spricht, halten sich die SWM mit Jubel zurück. Sie sind als Betreiber der Trambahnen grundsätzlich offen für das Angebot und wollen das Gespräch mit dem Ministerium suchen. Zu prüfen sei aber, wie viele Kosten am Ende tatsächlich und über die Jahre für die SWM anfallen und damit über die Fahrpreise finanziert werden müssten, sagt SWM-Sprecher Matthias Korte. "Man bräuchte ja auch eine ordentliche Bandbreite, um ausreichende Qualität anbieten zu können." Fahrgastzuwächse seien durch ein Wlan-Angebot in nennenswertem Umfang nicht zu erwarten - und somit auch keine Mehreinnahmen zur Finanzierung. Zu prüfen sei überdies, ob der Einbau der Technik von der Regierung von Oberbayern überhaupt genehmigt werden würde.

"Die Relevanz des Themas Wlan wollen wir nicht überschätzen", sagt Korte. Anders als im Regional- oder Fernverkehr nutzten viele Fahrgäste die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt auf eher kurzen Strecken mit wenigen Minuten Fahrzeit. Zudem seien Passagiere in München auch ohne Wlan mit der normalen Mobilfunktechnologie während der Fahrt online. Die Handynetzbetreiber stellten derzeit auch ihr Netz in der U-Bahn auf die schnelle LTE-Technologie um. Laut Korte planen die Stadtwerke 2017 einen eigenen Wlan-Pilotversuch in zehn Bussen, um die Nachfrage und die Funktion zu testen. Außerdem bieten sie bereits an 21 Orten in der Stadt gemeinsam mit M-net und muenchen.de Wlan im Auftrag der Landeshauptstadt kostenlos an.

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