Stadtrat:Die Sendlinger Straße wird dauerhaft zur Fußgängerzone

Straßenmalfest in der Sendlinger Straße in München, 2017

Die Fußgängerzone in der Sendlinger Straße soll nun dauerhaft autofrei bleiben.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Nach einer Testphase von einem Jahr soll die Sendlinger Straße zwischen Marien- und Sendlinger-Tor-Platz nun dauerhaft zur Fußgängerzone werden.
  • Das Baureferat soll Pläne vorlegen, wie der Straßenzug so umgestaltet werden kann, dass er auch als Fußgängerzone erlebbar ist.
  • Formal muss die Vollversammlung des Stadtrats noch zustimmen.

Von Alfred Dürr

Die gesamte Sendlinger Straße nur noch für Passanten - eigentlich kann man sich die Strecke zwischen dem Marien- und dem Sendlinger-Tor-Platz schon gar nicht mehr mit fahrenden oder parkenden Autos vorstellen. Auf ein Jahr war der Testbetrieb der neuen Fußgängerzone von der Hackenstraße bis zum Sendlinger Tor begrenzt. Der Versuch kam überwiegend gut an, nun hat der Planungsausschuss des Stadtrats mit großer Mehrheit beschlossen, das Provisorium zur Dauereinrichtung zu machen.

Das Baureferat soll Pläne vorlegen, wie der Straßenzug so umgestaltet werden kann, dass er als Fußgängerzone erlebbar ist. Dazu gehören etwa ein besonderer Bodenbelag vor der Asamkirche, Sitzgelegenheiten oder das Aufstellen von Pflanzgefäßen.

Stadtrat und Verwaltung halten den Verkehrsversuch für gelungen, zu dem in den vergangenen Monaten Veranstaltungen mit Anwohnern sowie eine umfangreiche Begleituntersuchung gehörten. "Wir freuen uns, dass das Verfahren so positiv gelaufen ist und dass die Sendlinger Straße aufgewertet wird", sagte Ingo Mittermaier (SPD). Dass Parkplätze verloren gingen, sei für manche im Viertel ein Problem. Man müsse das Thema "im Auge behalten". Paul Bickelbacher (Grüne) verwies darauf, dass es jetzt zwischen dem Odeons- und dem Sendlinger-Tor-Platz eine durchgehende Fußgängerzone gebe: "Das ist ein positives Signal für den öffentlichen Raum in der Innenstadt." Die Grünen wünschen sich, dass in der Sendlinger Straße Bäume gepflanzt werden.

In der CSU hatte es intern kontroverse Debatten über die Fußgängerzone gegeben. Man fürchtete Mieterhöhungen durch die Aufwertung der Straße oder Nachteile, weil Wohnungen, Kanzleien und Arztpraxen nicht mehr uneingeschränkt erreichbar seien. In der Stadtratssitzung verkündete der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Johann Sauerer: "Wir stimmen zu." Er wünsche sich eine breite Bürgerbeteiligung bei der baulichen Ausgestaltung der neuen Flaniermeile. "Nach Abwägung aller Interessen glauben wir, dass dieser Fußgängerbereich sehr gut angenommen wird", teilte der Fraktionsvorsitzende Manuel Pretzl mit. Die CSU wünsche sich, dass die angestammten Geschäfte und die kleinteilige Gewerbestruktur erhalten bleiben.

Mario Schmidbauer (Bayernpartei) will, dass die umliegenden Straßen für Autos frei blieben: "Wir brauchen diese Zufahrten in die Innenstadt." Michael Mattar (FDP) forderte einen Gesamt-Verkehrsplan für das Zentrum. Die neue Fußgängerzone sei nur "Stückwerk", deswegen lehnte er die Fußgängerzone ab - als einziger im Ausschuss. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte, das Versprechen zu Beginn seiner Amtszeit, die Sendlinger Straße ganz zur Fußgängerzone zu machen, sei erfüllt. Formal muss die Vollversammlung des Stadtrats noch zustimmen.

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