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Sendling:272 neue Wohnungen für Studenten

studentenwohnheim

Glattgebügelt: Das ursprüngliche Konzept wurde überarbeitet, dennoch zeigt sich der Neubau immer noch ungewöhnlich. Die Tiefgarage ist bereits fertig.

(Foto: Huber Rössler Architekten)
  • Nach Anlaufschwierigkeiten beginnt nun der Bau einer Wohnanlage für Studenten an der Brudermühlstraße.
  • Zunächst werden die 272 Apartements vermietet - dann eventuell einzeln verkauft.
  • Die meisten haben 20 bis 40 Quadratmeter Fläche, es gibt aber auch einige Familienwohnungen mit bis zu 80 Quadratmetern.

Wohl selten stand ein so großer Bau in Sendling so lange leer wie der Block am Mittleren Ring zwischen Thalkirchner Straße, Brudermühlstraße und Resi-Huber-Platz. 58 Wohnungen waren drei Jahre lang vernagelt; nur ein paar Tauben sorgten für etwas Leben, sonst tat sich kaum etwas am Eck zum Brudermühltunnel. Seit Herbst klafft dort eine Lücke, die nun gefüllt wird. Man sieht zwar noch nichts von den vielen Erkern, die die geplante Studentenwohnanlage zieren sollen, doch Keller und Tiefgarage gibt es schon.

Bogenförmige Öffnungen im Erdgeschoss und jede Menge Erker

Die Südhausbau hatte vor drei Jahren die Entwürfe für ein ungewöhnliches Projekt eines japanischen Architektenbüros, des Ateliers Bow-Wow, vorgelegt. Als die Stadt den Bau dann beinahe zehn Monate später reichlich abgespeckt und etwas glattgebügelt genehmigte, zeigte sich der Bauherr jedoch nicht mehr interessiert - auch nicht am Abriss. Firmeninterne Veränderungen hätten die Voraussetzungen verändert, hieß es damals bei der Südhausbau. Die Wohnungen blieben vernagelt, bis sich ein neuer Käufer für das Haus fand: die Strabag Real Estate, eine Tochter der Strabag, eines der größten Bauunternehmen Europas.

Jetzt wird das Projekt hochgezogen. An Fassaden und Kubatur seien keine Veränderungen geplant, kündigte der Münchner Bereichsleiter der Strabag Real Estate an. Es bleibe, wie vorgesehen und mit der Stadt abgestimmt: bogenförmige Öffnungen im Erdgeschoss, darüber an beinahe jedem zweiten Fenster ein Erker, das Dach an der Ecke Brudermühl- und Thalkirchner Straße sehr voluminös. Dem Architekten-Ehepaar Yoshiharu Tsukamoto und Momoyo Kaijima hatten es bei den Vorbereitungen für das Studentenprojekt in München vor allem Erker angetan.

Sehr futuristisch, dieses Modell. Doch die Erker schaffen Platz.

(Foto: Huber Rössler Architekten)

Bereichsleiter Marcus Müller spricht von rund 272 Wohnungen, die in dem Komplex Platz finden sollen, sechs Wohnungen mehr als vom Vor-Eigentümer geplant. Die meisten haben 20 bis 40 Quadratmeter Fläche, es gibt aber auch einige Familienwohnungen mit 70 bis 80 Quadratmetern. Die Wohnungen sollen zunächst vermietet, dann eventuell einzeln verkauft werden. Im Erdgeschoss ist geplant, zum Resi-Huber-Platz hin Gewerbe unterzubringen, darüber findet auf sechs Geschossen ausschließlich Wohnen statt. Die Familienwohnungen sind getrennt von den Studentenapartments.

Lounges, Treffpunkte und Lernecken

Im wesentlich größeren, studentischen Bereich des Komplexes sollen auf jedem Stockwerk Kommunikationsflächen geschaffen werden; sie fungierten als Lounges, Treffpunkte und auch als Lernecken, kündigt der Strabag-Vertreter an. Wie die Etagen gestaltet werden, ob farblich voneinander abgesetzt, ist noch nicht klar; am Konzept wird derzeit gearbeitet.

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Die beiden japanischen Architekten Kaijima und Tsukamoto haben das neue Wohnheim entworfen. In Japan ist Platzmangel ein bekanntes Problem für Stadtarchitekten.

(Foto: AFP)

Ein Problem beim Bau des Untergeschosses hat der Bauherr offenbar schon hinter sich. Die Schwierigkeiten ergaben sich aus der Lage: Das neue Gebäude trennen lediglich ein bis zwei Meter vom Tunnel - es liegt nicht nur beim Brudermühltunnel, sondern auch ganz nahe beim U-Bahn-Tunnel Brudermühlstraße. Deshalb hatte die Stadt Wände aus Bohrpfählen, die nahezu erschütterungsfrei gesetzt werden können, für die Baugrubensicherung zur Auflage gemacht.

Bislang liegt der Bau im Zeitplan. Er soll im Herbst 2017 fertig werden, damit zum Start des Wintersemesters Studenten einziehen. Die meisten von ihnen werden wohl ohne Auto kommen, in studentisch geprägten Wohnanlagen müssen nicht so viele Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Deshalb wird es in der Tiefgarage lediglich 44 Stellplätze geben.

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