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Schwimmbad:Wiedereröffnung des Cosimabads auf unbestimmte Zeit verschoben

Baustelle Cosimawellenbad, Cosimastraße 5 in München

Seit mehr als zwei Jahren wird das Cosimabad in Bogenhausen saniert.

(Foto: Matthias Ferdinand Döring)
  • Seit mehr als zwei Jahren wird das Cosimabad in Bogenhausen generalsaniert.
  • Nun haben sich die Stadtwerke von einer am Umbau geteiligten Firma getrennt.
  • Zuvor bereits hatten Probleme mit der Bausubstanz und die Erneuerung des Dachs im Sauna-Gebäude die Arbeiten verzögert.

Als Erstes fällt einem der Berliner Flughafen ein. Der wird auch seit Jahren nicht fertig, es gibt Probleme mit Baufirmen, und ein Eröffnungstermin steht ebenfalls noch immer nicht fest. Nun ist die Generalsanierung des Cosimawellenbads in Bogenhausen kein Großprojekt von deutschlandweiter Bedeutung. Aber die Parallelen sind unverkennbar: Die Stadtwerke München (SWM) haben sich von einer Baufirma getrennt, über die Gründe hüllen sie sich in Schweigen. Und die bereits überfällige Wiedereröffnung des Bads haben sie gerade auf unbestimmte Zeit verschoben.

Am Anfang, als die ersten Pläne für die Generalsanierung des Cosimabads vorgestellt wurden, da hatten die Verantwortlichen bei den Stadtwerken München noch von eineinhalb Jahren Umbauzeit gesprochen. Das war im Februar 2014. Es war eine lange Mängelliste abzuarbeiten nach knapp 35 Jahren Dauernutzung: Die Schwimmhalle sollte ein neues Dach und eine neue Fassade bekommen, dazu eine Edelstahlabdeckung fürs große Schwimmbecken samt Hubwand und neuer Brandungswelle. Außerdem mussten der Ausschwimm-Bereich ins Außenbecken erneuert und das Kinderbecken vergrößert werden.

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Dass für die Dauer all dieser Arbeiten die ursprüngliche Schätzung zu optimistisch war, wurde schnell klar. Als das Schwimmbad am 1. August 2014 zugesperrt wurde, war schon davon die Rede, dass es erst im Herbst 2016 wieder öffnen würde. Doch bei einer Begehung im Mai machte Reinhold Zorn, der Leiter der Abteilung Bädertechnik bei den SWM, deutlich, dass es auch damit nicht klappt: Zum Jahresende könne man vielleicht die Wiedereröffnung feiern, sagte er, doch selbst das sei eine "sportliche Herausforderung".

An dieser Herausforderung sind die Stadtwerke nun offenbar gescheitert. Inzwischen nennen sie vorsichtshalber gar keinen Termin mehr, zu dem die Bogenhauser auf eine Rückkehr in ihr Cosimabad hoffen können. Die Wiedereröffnung "wird sich leider auf (noch) unbestimmte Zeit verzögern", heißt es in einer dürren Pressemitteilung, zu der die Stadtwerke auch auf Nachfrage keine näheren Angaben machen. Es gebe aber keinesfalls einen Baustopp, auch wenn die Baustelle von außen womöglich so wirke: "Die Arbeiten im Innenbereich gehen im Moment ganz normal weiter."

Dass die Sanierung so lange dauert, hat mehrere Gründe. Zum einen, das sagte Reinhold Zorn schon im Sommer, stellte die Bausubstanz die Planer vor einige unliebsame Überraschungen. Also waren mehr Betonsanierungsarbeiten und Demontagen notwendig, als die Voruntersuchungen hatten erwarten lassen. Außerdem musste der neue Anbau für die Technik von Außen- und Kinderbecken umgeplant werden - sowohl seine Lage als auch seine Gestaltung -, weil es sonst zu Problemen mit den Fundamenten des Altbaus gekommen wäre.

Und schließlich entschlossen sich die Planer kurzfristig, aus Brandschutzgründen zusätzlich die Dachkonstruktion im Sauna-Gebäude zu erneuern, obwohl dieser Trakt erst 2003 saniert worden war. Da kam dann auch noch das Pech dazu: Feuchtigkeit drang in die Räume ein, als das Dach abgenommen war. Also musste der Neuaufbau der Sauna mit auf die Renovierungsliste geschrieben werden.

All dies wussten die Stadtwerke-Leute schon im Sommer. Inzwischen haben sie aber ein neues Problem mit der Generalsanierung, geben dazu aber nur verklausuliert Auskunft: "Die SWM mussten sich von einer ausführenden Firma trennen", heißt es in der Pressemitteilung, die mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Das Gewerk dieser Firma sei "entscheidend für den weiteren Baufortschritt", daher sei "mit einer weiteren Zeitverzögerung zu rechnen".

Um welches Gewerk es sich handelt und warum die Stadtwerke sich von der Firma getrennt haben - diese Fragen beantwortet die Pressestelle der Stadtwerke nicht. Nur so viel: Zum Zeitplan hoffe man, "in den kommenden Wochen konkretere Aussagen treffen zu können". Keine Aussagen machen die Stadtwerke dazu, welche Auswirkungen all die zusätzlichen Arbeiten und die Verzögerungen auf die Sanierungskosten haben, die offiziell immer noch mit den ursprünglich geschätzten 12,5 Millionen Euro angegeben werden. Beim Berliner Flughafen haben sich die Kosten im Lauf der Jahre übrigens mehr als verdoppelt.

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