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Schwanthalerhöhe:Lokalpolitiker im Westend kämpfen gegen den Leerstand

Leerstehendes Eckgebäude im Münchner Westend, 2016

Verfällt seit Jahren vor sich hin: das sogenannte Dönerhaus im Westend.

(Foto: Barth)
  • Lokalpolitiker wollen die Leerstände auf der Schwanthalerhöhe endlich beseitigen.
  • In den Geisterhäusern an der Schwanthalerstraße 119 und der Holzapfelstraße 10 geht seit Jahren nichts voran.
  • Der Bezirksausschuss wartet auf eine Antwort der Verwaltung auf einen Enteignungs-Antrag.

Von Andrea Schlaier, Schwanthalerhöhe

Noch vor Weihnachten soll innerhalb einer Sondersitzung über die Leerstände auf der Schwanthalerhöhe mit Fachleuten aus der städtischen Verwaltung diskutiert werden. Auf diese Weise wollen die Mitglieder des Bezirksausschusses endlich weiterkommen, was die verfahrenen Immobilien-Angelegenheiten des Viertels angeht.

Schließlich geht in den prominenten Geisterhäusern an der Schwanthalerstraße 119 und der Holzapfelstraße 10 seit Jahren nichts voran. Die Gebäude verrotten, auf dem Tisch liegende Umbaupläne werden nicht oder nicht sichtbar umgesetzt. Den Stadtteilpolitikern gelingt es nicht, an die Eigentümer heranzukommen, um etwa im direkten Gespräch einwirken zu können, dass die ihre hohlen Gemäuer in dringend nötigen Wohnraum umwandeln.

Vertretern des Gremiums hat das Kommunalreferat mitgeteilt, dass ein Einblick ins Grundbuch für die Stadtteilpolitiker nicht möglich sei. Sie wollten so den Eigentümer des sogenannten Dönerhauses an der Schwanthalerstraße 119 ausfindig machen. Nun schlagen sie einen neuen Weg ein. In einer Sondersitzung sollen Vertreter der Verwaltung Auskunft geben. Und auf den Antrag auf Enteignung der Immobilie reagieren, der im April bei der Bürgerversammlung mit großer Mehrheit angenommen worden war.

Gestellt hatte ihn York Runte vom links-alternativen Wohnprojekt Ligsalz 8. In einem Schreiben habe ihm die Verwaltung mitgeteilt, dass er weder antrags- noch auskunftsberechtigt sei, was das Haus angehe, erzählte Runte in der Sitzung des Bezirksausschusses Schwanthalerhöhe.

"Wer ist denn dann berechtigt, wenn in der Nachbarschaft ein Haus steht, das einem irgendwann mal vor die Füße fällt?" Die Baugenehmigung für die Immobilie - beantragt ist ein Hotel mit Gastronomie - laufe in einem Monat aus; weil ganze Fassadenteile wegbröckeln, wurde der Gehweg vor einem Jahr aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Bezirksausschuss selbst wartet noch immer auf die Antwort auf den Enteignungs-Antrag der Bürgerversammlung.

"Wir haben das Ausbleiben schon moniert", sagt Gremiums-Vorsitzende Sibylle Stöhr (Grüne). "Wenn wir die Antwort haben, können wir daran ansetzen." Die Verwaltung, schlägt SPD-Fraktionssprecher Wilhelm Mundigl vor, "können wir dann einladen, damit die uns sagt, warum es geht oder auch nicht." SPD-Stadträtin Ulrike Boesser empfahl, Vertreter des Kommunalreferates auf die Schwanthalerhöhe zu bitten. "Die sollen darstellen, ob und wie eine Enteignung möglich ist, vielleicht geht ja doch was und sie können für uns die verworrenen Eigentumsverhältnisse ordnen."

Bei der Gelegenheit, so BA-Vize Florian Kraus (Grüne), solle gleich auch das Schnitzelhaus an der Holzapfelstraße 10 mit einbezogen werden. Außerdem könnte man zur Sondersitzung auch noch jemanden laden, der sich innerhalb einer Organisation, wie zum Beispiel der genossenschaftsähnlichen Ligsalz 8-Gruppe, mit derlei Fragen, auch juristisch auskenne. Mit ins Bündel der Leerstände will man auch das neueste Geisterhaus im Viertel nehmen: die Westendstraße 35, bei der bereits die Fenster zugenagelt sind.

© SZ vom 20.10.2017/mkro
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