Rosenheimer Straße:Haidhausens letzter freier Platz soll bebaut werden

Rosenheimer Straße: Das geplante Hotel fällt durch hervorspringende, plastisch wirkende Fensterkonstruktionen auf. Links davon sollen Büros entstehen, rechts Wohnungen.

Das geplante Hotel fällt durch hervorspringende, plastisch wirkende Fensterkonstruktionen auf. Links davon sollen Büros entstehen, rechts Wohnungen.

(Foto: Simulation: Allmann Sattler Wappner Architekten)
  • In Haidhausen gibt es Streit um einen Neubau.
  • An der Kreuzung von Orleans- und Rosenheimer Straße wird wohl ein großer Komplex entstehen.
  • Die Meinungen über die Entwürfe gehen stark auseinander.

Von Alfred Dürr

Ganz früher stand an dieser Ecke Haidhausens das Gasthaus Sterngarten, dann begründete das Holzkontor Grombach eine mehr als hundertjährige Tradition an der Kreuzung von Orleans- und Rosenheimer Straße, kurz vor der Bahnunterführung. Und bald kommt ein heller, moderner Block mit Hotel, Büros und Wohnungen. Der Komplex ragt teilweise mit bis zu acht Geschossen auf. Demnächst soll der Bauantrag gestellt werden.

Vor vier Jahren wurde das Ende des Holzkontors Grombach bekannt, das Familienunternehmen gab auf. Es war vorbei mit den vielen Bretterstapeln auf dem Betriebsgelände, die über Jahrzehnte hinweg das Bild an dieser Kreuzung geprägt hatten. Die Erbengemeinschaft verkaufte das Grundstück mit 7000 Quadratmetern Fläche an ein Konsortium aus Phoenix Real Estate Development, der Büschl-Unternehmensgruppe und dem Hotelunternehmen Motel One. Eines der letzten größeren unbebauten Areale in Haidhausen war damit bereit für eine neue Entwicklung.

Die früheren Gebäude und Schuppen des Holzkontors werden bereits abgebrochen. Es liegt nicht nur ein fertiges Architekturkonzept für den neuen Block vor, das Haus ist noch vor Baubeginn voll vermietet. In den Bürotrakt entlang der Bahnlinie wird die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern voraussichtlich Anfang 2019 mit 200 Arbeitsplätzen einziehen. Ein langfristiger Vertrag wurde abgeschlossen. Die IHK, die die Eigentümerin der Nachbarimmobilie an der Orleansstraße mit dem typischen Tonnengewölbe auf dem Dach ist, will die zusätzlichen Räume hauptsächlich für den Seminar-, Lehrgangs- und Prüfungsbetrieb nutzen.

Eine sichere Bank für die Investoren ist auch das neue Motel-One-Hotel, das den Eckbereich einnimmt. Wie viele Zimmer hier entstehen, ist nicht abschließend geklärt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu dem bestehenden IHK-Gebäude ist im neuen Block ein Trakt mit etwa 120 Eigentumswohnungen angeordnet.

Das Münchner Architektenbüro Allmann Sattler Wappner hat den mächtigen Komplex entworfen. Die unterschiedlichen Nutzungen werden auch an der Fassade ablesbar sein. In deren Ablauf versuchen die Architekten mit verschiedenen Gestaltungselementen Abwechslung zu bringen - etwa einer deutlichen Ausprägung der Ecksituation mit einer turmartigen Konstruktion oder mit unregelmäßig hervorspringenden, plastisch wirkenden Fensterkonstruktionen im Hotelbereich.

"Haidhausen wimmelt von Hotels"

Der Entwurf lehnt sich an die in Haidhausen übliche Blockbebauung an, allerdings in moderner Ausprägung. Architekt Markus Allmann erhielt für seine Präsentation in der Stadtgestaltungskommission am Dienstag viel Lob. Ein schöner großstädtischer Block werde hier entstehen, hieß es beispielsweise. Der Ort vertrage die Baumasse sehr gut.

Das empfindet die Vorsitzende des örtlichen Bezirksausschusses, Adelheid Dietz-Will, jedoch völlig anders. "Das riesige Ding, das da plötzlich entsteht, haut mich regelrecht vom Hocker", sagt sie. Es passe nicht an einen der "sensibelsten Punkte des Viertels". Verwundert sei sie auch, dass ein Hotel geplant sei: "Haidhausen wimmelt von Hotels."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema