Architektur in der AltstadtWie sich Münchens Silhouette verändert

Von oben sieht die Altstadt aus wie ein Herz. Durch neue Bauprojekte könnte das Bild nachhaltig zerstört werden.

Die Umrisse eines Herzens, allerdings mit einem Durchmesser von einem Kilometer: Der Blick von oben auf die Form der Münchner Altstadt erweckt die Assoziation an dieses zentralste aller Körperorgane. Der scheidende Stadtheimatpfleger Gert F. Goergens fragt: Ist München dabei, seine unverwechselbare Silhouette zu zerstören? Wie soll die Stadt mit dem Spannungsfeld zwischen Tradition und Wandel umgehen?

Goergens hat deshalb Leitlinien verfasst, die Hauseigentümern und Investoren eine Orientierung in wesentlichen Punkten der Gestaltung geben sollen. Der Maßstab und das besondere Gefüge der Münchner Altstadt sollen durch Neubauten nicht gesprengt werden. "Wir sollten gut hinsehen", heißt es in den Leitlinien, "was wir möglicherweise aufzugeben bereit sind und was an dessen Stelle tritt". Für die Altstadt bieten sich große Chancen durch moderne Projekte, die gerade anstehen.

Parkhäuser sollen neuen Gebäuden mit Geschäften und Wohnungen weichen. Die Liste der künftigen Altstadt-Projekte, bei denen die Leitlinien greifen sollen, ist lang. Sie reicht vom Neubau des Hauptbahnhofs über die Alte Akademie bis zur Umgestaltung des Max-Joseph-Platzes vor der Oper.

Bild: Imago Stock&People 11. März 2016, 13:462016-03-11 13:46:18 © SZ/hmai, axi