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Werksviertel:Auch an anderen Orten kann man die Stadt gut überblicken

Olympiaberg

(Foto: Catherina Hess)

Für einen Schuttberg ist die Aussicht nicht schlecht. Schuttberg, das war er nach dem Zweiten Weltkrieg, als hier die Trümmer der Stadt abgeladen wurden. Heute ist der Olympiaberg eine der höchsten Erhebungen Münchens, 60 Meter, Aussichtsplattform, 360-Grad-Blick. Man sieht in nächster Nähe den Olympiasee, den Olympiaturm, das Stadion mit seinem Zeltdach, den Scheinwerfern, mit den Schalensitzen, Reihe um Reihe. Man sieht einen Ort, an dem München tragisch war, Sommerspiele 1972, das Attentat. Man sieht natürlich auch die Gegenwart der Stadt. Häuserdächer. Zwischen all den Häusern ragen immer mal wieder Türme heraus, an deren Glasfassade sich das Licht bricht. Und immer mal wieder stehen da auch Baukräne, und so sieht man, genau genommen, von hier aus auch die Zukunft der Stadt. Das Gute: Zwischen all den Dächern ist noch Grün.

Kare-Kraftwerk

Aussichtspunkte: Blick von der Aussichtsterrasse Kare Kraftwerk
(Foto: Florian Peljak)

Ein paar Meter wären es schon noch bis ganz oben. "Rooftop" ist die Terrasse im Kare Kraftwerk an der Drygalski-Allee also im strengen Wortsinn nicht. Aber 400 Quadratmeter groß ist sie. Gartenmöbel werden dort gezeigt und ein Restaurant ("Die Küche im Kraftwerk") gibt es. Und den Blick auf nähere und weitere Umgebung. Die nähere, nun ja, das ist halt Obersendling. Aber wer sich für Schulneubauten (Freie Waldorfschule München Südwest und gegenüber die Schulcontaineranlage des Thomas-Mann-Gymnasiums) begeistern kann, bekommt einen interessanten Überblick. Die meisten freilich werden wegen des versprochenen Bergblicks und wegen der spannenden Architektur des 1961 errichteten ehemaligen Gaskraftwerks kommen, das jetzt vor allem ein Möbelhaus beherbergt, aber zugleich etliche Details aus der Industriegeschichte bewahrt hat. Keine Leuchtturmhöhe also, aber ein echtes "Leuchtturmprojekt". Nur an Feiertagen ist zu.

Fröttmaning

Aussichtspunkt: Fröttmaninger Berg, Müllberg
(Foto: Florian Peljak)

So langsam dürfte es wieder gefahrlos möglich sein, ganz nach oben unter das Windrad "Föhnix" zu schlüpfen, um den ganz großen Rundblick über München und seine Schotterebene zu genießen. Denn mittlerweile ist die Gefahr, einen abstürzenden Eiszapfen von den Rotoren abzubekommen, witterungsbedingt gebannt. Auf dem Gipfel des Fröttmaninger Bergs, der früher einmal Müllberg hieß, empfiehlt sich der Blick nach Süden. Im Norden fällt der Blick vor allem auf die Mülldeponie nördlich des Autobahnkreuzes, während im Süden bei klarer Sicht hinter der Stadtsilhouette die Alpen aufsteigen. Westlich ist die Fröttmaninger Arena ein mitunter rot erleuchteter Blickfang. Und am Hang des Berges selbst steht zweimal Heilig Kreuz: einmal das echte, uralte Kirchlein, einmal das zum Stadionbau errichtete Kunstobjekt "Versunkenes Dorf" von Timm Ulrichs.

Alter Peter

Aussicht vom Alten Peter
(Foto: Florian Peljak)

56 Meter - klingt nicht nach viel. Vor allem, wenn man weiß, dass der Alte Peter bis zur Spitze 91 Meter hoch ist. Doch spätestens nach 200, von Abertausenden Touristenbeinen abgetretenen Stufen fragt sich mancher Höhenstürmer, wie lange es denn noch dauern mag, bis er die viel gerühmte Aussicht von der Plattform genießen kann. Und ob er dann überhaupt noch etwas genießt oder erst einmal nur noch nach Luft japst. Zur Beruhigung sei gesagt: Nach weiteren 106 Stufen ist alles geschafft. Wenn die Türmerstube erreicht ist, sind es nur noch ein paar Schritte und ... da, das ist sie, die Zugspitze! Und auf der anderen Seite: die Frauenkirche, das Rathaus. Der Blick über die Dachlandschaft der Altstadt zeigt, was verloren gegangen ist - und was vielleicht auch ein bisserl schöner gegangen wäre. Sportlichen Turmbesteigern sei verraten: "7-8 min. to climb up". Das verspricht eine Tafel am Kassenhäuschen. Na dann, pack ma's! bm