Restaurant Matsuhisa Feine Fusionsküche in edlem Ambiente

Die Einrichtung des Matshuhisa hat das Amsterdamer Designstudio FG Stijl entworfen.

(Foto: Robert Haas)

Peruanisch-japanisches Kalifornien: Diese Mischung hat Nobu Matsuhisa perfektioniert. Die Küche begeistert, doch die Preise haben es in sich.

Von Rosa Marín

Im World's Luxury Guide, dem Fachmagazin für Luxus und gehobenen Lifestyle, war zu lesen, es sei logisch, dass "Superstarkoch Nobu" ausgerechnet in München sein deutschlandweit erstes Restaurant eröffnet habe. "Sitzt hier doch das Geld augenscheinlich etwas lockerer als in Berlin oder Hamburg. Hinzu kommen die vielen gut betuchten Gäste aus den Emiraten und Asien." Solche Sätze geben einem Orientierungshilfe. So bemühte sich Rosa Marín, das Geld echt locker sitzen zu lassen und sich zwanglos zwischen den Superreichen im Hotel Mandarin Oriental zu bewegen.

Dies gelang anfangs nur nach intensiver Vorbereitung. Denn in den ersten Monaten seit seiner Eröffnung im November 2015 war das Matsuhisa, erreichbar über eine imposante Wendeltreppe zum ersten Stock des Hotels, langfristig ausgebucht. Bei der Reservierung fünf Wochen vor der geplanten ersten Kostprobe beschied die Dame am Telefon freundlich, dass man da ja gerade noch Glück gehabt habe. Richtig dankbar nahm man den Vorschlag an, von 19 bis 21 Uhr speisen zu dürfen. Die zweite Tischbelegung wäre von etwa 21 bis 23 Uhr gewesen.

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Diese Regelung gilt in sämtlichen Restaurants von Nobu Matsuhisa weltweit. Die Promis von Aspen, Dubai oder New York scheinen das zu schlucken, der Erfolg gibt Herrn Matsuhisa Recht. Im Frühjahr hat er sein achtes - nach ihm benanntes Lokal - eröffnet: in Paris. Zudem betreibt er zusammen mit Schauspieler Robert de Niro die Restaurantkette namens Nobu mit 33 Dependancen. Ja genau, die Londoner Filiale wurde mal wegen ihrer Besenkammer ziemlich berühmt.

In München nun scheint sich der Hype eingependelt zu haben, betuchte Gäste hin oder her. An einem August-Abend gab es problemlos auch kurzfristig einen Tisch, gut ein Drittel des Restaurants blieb leer. Um einiges verhaltener klang auch der japanische Gruß "Irasshaimase", der hier zur Willkommenskultur gehört: Alle anwesenden Kellner rufen ihn gleichzeitig, manchmal gibt's da glatt Beschwerden von Gästen wegen der Lautstärke. Das muss man sagen: Wer über die dicken Hotelteppiche hinein schreitet, muss sich schon erst einmal an den Geräuschpegel im Restaurant gewöhnen.

Der große Raum, mit runden und eckigen Tischen sowie einer Sushi-Theke, ist ansonsten ganz besonders harmonisch und schön gestaltet. Das Amsterdamer Designstudio FG Stijl durfte sich da verausgaben, lässt Braun- und Goldtöne walten, zarte asiatische Elemente schimmern zwischen edlen Hölzern.

Sushi vom Feinsten

Um es vorauszuschicken: Selten hat Rosa Marín in München besseres Sushi schmecken dürfen. Das Sushi Dinner (49 Euro) kam auf einer länglichen weißen Schale mit zehn Stücken - von Lachs, Garnele, Thunfisch, Tamago bis Gelbflossenmakrele auf gesäuertem Reis, gewickelt in Algenblätter, perfekt und zart. Ebenso zart war das Sashimi-Diner (49 Euro). Hier vereinten sich 13 Stücke auf Eis, erwähnenswert sind die butterzarten Jakobsmuscheln und der Sea Urchin, sprich Seeigel.

Als Hauptspeise würde dies durchaus genügen für Matsuhisa-Gäste, die zuvor vielleicht ein, zwei Vorspeisen gekostet haben. Zur Auswahl steht etwa Edamame (fünf Euro), das sind Sojabohnen, die lauwarm entweder mit Meersalz gewürzt oder sehr scharf in die Mitte des Tisches gestellt werden - wie die meisten Speisen im Lokal.

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Die Herren und Damen vom Service erklärten einem die Usancen übrigens halb knieend, auf Augenhöhe am Tisch. Sehr aufmerksam waren sie, manchmal aber auch zu sehr. Beim Probieren der berühmten Nobu-Tacos - das sind je vier gefüllte Tacos mit Lachs (16 Euro), Thunfisch (20 Euro), bretonischem Hummer (24 Euro) oder Königskrabbe (24 Euro) - musste man das delikate Soßenschälchen fast festhalten, so schnell sollte es abgeräumt werden.

Ungewöhnliche Kreationen für größere Geldbeutel

Eine Augenweide war das Thunfisch-Tatar mit Kaviar (28 Euro), hübsch im Mini-Schälchen auf Eis anzusehen und eine winzige Portion, die allerdings zu stark mit Soja mariniert war. Sensationell war dagegen das Tempura-Angebot, hier waren wahre Meister in der Küche zugange. Mit Jalapeño-Dressing wurden je zwei Stück (drei bis 16 Euro) auf türkisem Teller gereicht. Der Teig war knusprig, das Innere von Avocado bis Zucchini frisch und weich.

Eine echtes Aha-Erlebnis war der Nobu-Klassiker: Black Cod Yuzu Miso (42 Euro). Die japanische Zitrusfrucht Yuzu aromatisiert zarten, schwarzen Kabeljau, der mariniert in Sojasoße kross angebraten wurde - unvergleichlich! Wer mag, macht mit dem Lamm, das in Teeblättern gegrillt wird, weiter (34 Euro) oder dem besten Stück vom Wagyu-Rind (100 Gramm für 90 Euro). Nobu Matsuhisa hat einen eigenen Kochstil entwickelt, irgendwie kalifornisch mit peruanischen und japanischen Elementen. Wem es das wert ist, findet dies nur in seinen Lokalen.

Es gibt sogenannte Omakase-Menüs mit sieben Überraschungsgängen von 95 bis 125 Euro, im Sommer gibt es vier Gänge für 59 Euro. Einer der Höhepunkte darin: Matsuhisa Cheesecake, ein wunderbar luftiges, zitroniges Stück, für das die schnöde Übersetzung Käsekuchen fast an eine Beleidigung grenzt. Oder die Schoko-Bento-Box: Leicht grünlich schimmerte hier die Schokolade mit Tee-Eis - zum Dahinschmelzen. Auf den japanischen Schnaps für 53 Euro das Kännchen konnte man da leicht verzichten.