Restaurant Matsuhisa Japan trifft Peru in München

Starkoch Nobu Matsuhisa Mandarin im Oriental München

(Foto: Natalie Neomi Isser)

Starkoch Nobuyuki Matsuhisa eröffnet ein Restaurant im Luxushotel Mandarin Oriental. Nicht nur das Essen liegt in der oberen Preiskategorie.

Von Franz Kotteder

Wenn man einmal ganz unfair sein möchte, dann fängt man am besten damit an, wie viel ein Kilo Rindfleisch im nagelneuen Restaurant des Luxushotels Mandarin Oriental kostet: Es sind 900 Euro. Kenner wissen jetzt, dass es sich dabei um echtes japanisches Wagyu-Beef handelt. Das gilt als bestes Rindfleisch überhaupt, wird nur in äußerst begrenzten Mengen ausgeführt und ist deshalb auch entsprechend teuer. Wahr ist auch, dass es schlichtweg fantastisch schmeckt und beinahe auf dem Gaumen schmilzt. Dennoch sind 90 Euro für 100 Gramm recht üppig, das muss man sich erst einmal leisten können und wollen.

Aber hier im neuen Restaurant Matsuhisa ist der Münchner ja auch nicht in irgendeinem Lokal. Zehn Monate lang wurden Bar, Lobby und Restaurant des Hotels an der Neuturmstraße aufwendig umgebaut. Ganz fertig ist es noch nicht, aber zur Eröffnungsfeier am 20. November soll dann alles passen. Dass es so lange dauern würde, hat die Hotelleitung auch nicht gedacht, und lustigerweise liegt der Pressemappe ein hübscher, kleiner Tischkalender auf das Jahr 2015 bei, den man Anfang des Jahres vielleicht doch besser hätte nutzen können als jetzt, im November. Man hat mit der Eröffnung wohl früher gerechnet.

Impressionen aus dem Matsuhisa

Minimalistisch und edel

Jedenfalls ist der Umbau nun so gut wie geschafft, und Hoteldirektor Wolfgang Greiner wirkt durchaus gelöst und erleichtert. Schließlich hat er ja auch noch einen anderen Auftrag erfüllt, den er bekam, als er vor zweieinhalb Jahren seinen Posten antrat: Er sollte den berühmten Starkoch Nobuyuki Matsuhisa als Patron und Namensgeber für das Hotelrestaurant gewinnen.

"Es waren harte Verhandlungen", sagt Greiner, "aber wir sind uns einig geworden." Und so ist München jetzt die erste deutsche Stadt, die ein Restaurant des Stars hat, der weltweit sieben nach ihm benannte Gourmetrestaurants betreibt. Ein achtes wird im Februar 2016 in Paris eröffnet. Daneben hat er zusammen mit dem Schauspieler Robert de Niro die Restaurantkette Nobu mit 33 Dependancen gegründet.

Da kann man schon einmal den Überblick verlieren, und so rutscht dem Großmeister, der persönlich zur Vorstellung seines Restaurants angereist ist, gleich einmal ein: "Good Morning, St. Moritz, äh, Munich!", heraus. In dem Schweizer Skiort hat er vor einem Jahr sein sechstes Matsuhisa-Restaurant eröffnet. Danach gibt es kleine Kostproben dessen, was das Publikum von diesem Mittwoch an erwartet: "Black Cod" etwa, in Sojasauce marinierten Kabeljau, für den Matsuhisa ebenso berühmt ist wie für sein traumhaftes Gelbflossen-Sashimi mit Jalapeños oder die mit Thunfisch, Lachs oder Hummer gefüllten Nobu Tacos. Man sieht schon: Der Mann steht für eine Fusionsküche zwischen Japan und Südamerika. Schon mit 24 Jahren zog es ihn nach Peru. Dort, in Lima, eröffnete er sein erstes Restaurant und verband südamerikanische Küche mit japanischer.

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Seine Kreationen sind nun auch in München zu genießen, und natürlich sind nicht alle Gerichte so teuer wie das Wagyu-Beef. Mit dem siebengängigen Omakase-Menü für 95 Euro mit typischen Matsuhisa-Bestsellern zum Beispiel liegt man ja durchaus noch im gehobenen Mittelfeld.

In der oberen Preiskategorie liegt hingegen die Ausstattung der Räume. Das Amsterdamer Designstudio FG Stijl, das auch im Esszimmer der BMW-Welt tätig war, hat einen hocheleganten, minimalistischen Restaurantraum mit asiatischen Einflüssen und edlen Hölzern geschaffen. "Als Hoteldirektor musste man da schon manchmal schlucken", gesteht Wolfgang Greiner, "und sich fragen, ob es für die Lampen wirklich echtes Pferdehaar und Perlmutt braucht."

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