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"Refill":Die Refill-Gründerin will ganz weg von der Plastikflasche

Das ist in den meisten Münchner Geschäften noch lange nicht üblich. Und wenn man hier auch stolz ist auf die Qualität des Wassers, bei anderen Dingen hat die Stadt durchaus Nachholbedarf: Gerade einmal einen Trinkwasser-Brunnen hat die München vorzuweisen, am Rindermarkt, und der befindet sich im Testbetrieb. Während Kellner in anderen europäischen Großstädten automatisch eine Flasche Gratis-Wasser auf den Tisch stellen, muss der Münchner für einen Dreiviertelliter Sprudelwasser mancherorts sieben Euro löhnen.

Bei "Einfach genießen" an der Pestalozzistraße finden Weinseminare statt, sie machen aber auch bei Refill mit. "Wir finden das eine gute Sache", sagt Mitarbeiterin Rebekka Scheurich. Bislang sei zwar noch niemand vorbeigekommen, um sich seine Flasche befüllen zu lassen. Aber das werde sicher noch, die Kampagne sei ja gerade erst gestartet.

Dass in diesen Tagen vor allem immer mehr junge Münchnerinnen eigene Flaschen mit sich herumtragen, bunte Behältnisse aus Edelstahl oder auf antik gemachte Glasflaschen, dürfte dem Ganzen wohl zugutekommen. Es soll ja sogar Leute geben, die der Trinkflasche das Zeug zum Accessoire attestieren. Na gut. Nur welche Flasche ist denn nun die richtige, wenn man es ernst meint mit dem Umweltschutz?

Während Refill-Gründerin Wiermann ganz weg will von der Plastikflasche, sind in München moderatere Töne zu vernehmen. Natürlich weise sie ihre Kunden darauf hin, sagt Traub vom Ohne-Laden, dass Einwegflaschen aus Plastik, wenn sie brüchig werden oder mit heißen Flüssigkeiten befüllt, gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen - und man diese dann nicht mehr verwenden sollte.

Aber bevor jemand jedes Mal, sobald er durstig sei, eine neue Plastikflasche kaufe, verwende er eine solche doch lieber mehrfach. Noch tut Aufklärung also offenbar Not. Damit es vorangeht mit Refill, wollen Traub, Post und Mitterer zunächst in möglichst jedem Stadtviertel eine sogenannte Verteiler-Station einrichten, an der Informationen und Aufkleber zu haben sind. Denn es gibt da diese Vision für München: Dass es eines Tages völlig normal ist, Leitungswasser zu trinken, und man die Flaschen überall problemlos befüllen kann. Trend, heißt das ja gerne, wenn sich etwas fläschendeckend durchsetzt. Traub: "Idealerweise können die Aufkleber dann wieder weggemacht werden, weil man sie nicht mehr braucht."

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