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Polizei München:Zwei Flüchtlinge sollen Mitbewohner fast zu Tode geprügelt haben

  • Zwei Asylbewerber aus Somalia stehen unter Verdacht, einen 26-jährigen Landsmann schwer verletzt zu haben.
  • Die Polizei nahm die beiden Tatverdächtigen im Alter von 20 und 21 Jahren in Untergiesing fest. Die Mordkommission ermittelt.

Von Thomas Schmidt

Zwei junge Asylbewerber aus Somalia sollen einen dritten Flüchtling fast zu Tode geprügelt und anschließend bewusstlos liegen gelassen haben. Polizisten nahmen die 20 und 21 Jahre alten Tatverdächtigen in einer Unterkunft in Untergiesing fest. Weil das Opfer sehr schlimme Verletzungen erlitten hat - unter anderem einen Schädelbruch - übernimmt die Mordkommission die Ermittlungen. Am Donnerstag erließ ein Richter Haftbefehle wegen versuchten Mordes.

Das Opfer, ein 26 Jahre alter Somalier, der seit Mitte 2016 in Deutschland ist, wurde in den frühen Morgenstunden des 17. Februar gefunden. Gegen 5.20 Uhr fuhr eine Münchnerin mit ihrem Wagen aus einer Tiefgarage an der Hellabrunner Straße und sah den bewusstlos und aus dem Mund blutenden Flüchtling auf dem Boden liegen.

Im Krankenhaus stellten die Ärzte bald fest, dass die schweren Verletzungen im Gesicht nicht von einem Sturz herrühren können. Als der 26-Jährige wieder bei Bewusstsein war, berichtete er der Polizei, er sei von zwei Mitbewohnern des Asylbewerberheims zusammengeschlagen worden.

Zu dritt hätten sie sich in einer Grünanlage zum Trinken getroffen. Plötzlich schlugen die beiden Männer auf ihn ein, so die Aussage des 26-Jährigen, er sei erst wieder im Krankenhaus aufgewacht. Ermittler der Mordkommission fanden die mutmaßlichen Täter, nahmen sie fest und verhörten sie.

Der 20-Jährige bestreitet bisher die Tat. Sein mutmaßlicher Komplize sagte den Ermittlern jedoch etwas anderes: Der 21-Jährige gibt zu, dass es zu der Prügel-Attacke kam. Gleichzeitig behauptet er aber, der andere Tatverdächtige habe ganz allein zugeschlagen. Die Ermittlungen dauern an.

© SZ vom 04.03.2017/amm
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