Polizei München Nach Schießerei in Unterföhring: Polizistin ist nach Sachsen verlegt worden

  • Vor drei Monaten wurde eine 26-jährige Polizistin bei einem Einsatz am S-Bahnhof Unterföhring lebensgefährlich verletzt.
  • Der 37-jährige mutmaßliche Täter soll ihr mit der Waffe ihres Kollegen in den Kopf geschossen haben.
  • Nun ist die Frau in eine Klinik in ihrer Heimat verlegt worden.
Von Thomas Schmidt

Die schwer verletzte Polizeibeamtin, der vor knapp drei Monaten bei einem Routineeinsatz am S-Bahnhof Unterföhring in den Kopf geschossen wurde, ist in ihre Heimat verlegt worden. An diesem Donnerstag um 11.28 Uhr hob ein Hubschrauber in München ab und flog die 26-Jährige nach Sachsen, berichtet die Pressestelle des Münchner Polizeipräsidiums.

In einem offenen Brief haben sich die Eltern und der Lebensgefährte der 26-Jährigen bei der Polizei, den Ärzten und dem Pflegepersonal bedankt. Auch aus der Bevölkerung "erreichten uns sehr viele Zeichen der Solidarität und Anteilnahme", die ihnen "viel Kraft" gegeben hätten. "Es hat uns allen sehr gut getan, dass wir gespürt haben, dass wir nicht alleine sind."

Mutmaßlicher Schütze von Unterföhring soll in den USA polizeibekannt sein

Nach Medienberichten ging es um Alkoholmissbrauch und Körperverletzung. Der Verdächtige ist inzwischen in der Psychiatrie. Die verletzte Polizistin schwebt weiter in Lebensgefahr. Von Thomas Schmidt mehr ...

Der Zustand der jungen Polizistin ist mittlerweile so stabil, dass sie verlegt werden konnte. Doch sie befindet sich nach wie vor im Wachkoma, nun soll sie in der Nähe ihres Elternhauses in einer Fachklinik weiter behandelt werden. "Die Gedanken und besten Wünsche der Münchner Polizei begleiten sie auf diesem Weg und sind auch weiterhin bei ihr und ihren Angehörigen", so ein Sprecher der Polizei. Der 37 Jahre alte mutmaßliche Täter sei weiterhin in der geschlossenen forensischen Abteilung in Haar untergebracht.

Die Polizeibeamtin wurde am 13. Juni bei einem Schusswechsel lebensgefährlich verletzt. Zusammen mit ihrem Streifenpartner war sie zu einem Routineeinsatz am S-Bahnhof Unterföhring gerufen worden. Zeugen hatten aus dem Zug den Notruf gewählt, weil ein Mann einen anderen Fahrgast offenbar grundlos geschlagen hatte. Die Personenkontrolle des mutmaßlichen Täters am Bahnsteig verlief zunächst friedlich, bis der Mann urplötzlich die beiden Beamten angriff.

Es kam zu einem Gerangel, bei dem Alexander B. dem 30-jährigen Streifenpartner die Dienstwaffe aus dem Holster riss und das achtschüssige Magazin leer feuerte. Eine Kugel traf die Polizistin im Kopf, zwei Unbeteiligte wurden am Arm und am Bein verletzt. Der Schütze selbst wurde von einem Schuss am Gesäß verletzt und konnte kurz darauf festgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft legt ihm versuchten Mord zur Last.

Kurz nach der Tat stellte sich heraus, dass Alexander B. in den USA lebte und dort bereits polizeibekannt war. Er soll in einen Sorgerechtsstreit verwickelt gewesen sein. Zudem soll der 37-Jährige mehrfach auffällig geworden sein wegen Alkoholmissbrauchs, Diebstahls und Körperverletzung.

Auch in Deutschland beschäftigte sich die Staatsanwaltschaft schon mit ihm, nachdem er 2014 mit einer geringen Menge Cannabis erwischt worden war. Das Verfahren wurde jedoch wegen Geringfügigkeit eingestellt. Als er die Polizistin in Unterföhring niederschoss, befand er sich gerade auf einer Reise durch Europa.

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