Polizei "Identitäre Bewegung" hängt Banner an Frauenkirche auf

  • Am Samstagmorgen wurde ein Banner mit dem Logo der "Identitäre Bayern" durch die Polizei vom Baugerüst des Turms der Frauenkirche entfernt.
  • Wann das Banner aufgehängt wurde und wie lange es dort hing, ist noch nicht bekannt.
  • Die "Identitäre Bewegung" in Bayern wird seit Anfang 2016 vom Verfassungsschutz beobachtet.
Von Martin Bernstein und Ana Maria Michel

Am Wochenende wurde ein Banner am Baugerüst des Turms der Frauenkirche befestigt. Das Banner trägt das Logo der "Identitäre Bayern" und wurde am Samstagmorgen durch die Polizei von der Kirche entfernt. Wann das Banner aufgehängt wurde und wie lange es dort hing, ist noch nicht bekannt.

Die Polizei bestätigte, dass der Staatsschutz mittlerweile ermittelt. Dass das Banner von der "Identitären Bewegung" stammt, konnte die Polizei am Samstagmittag jedoch nicht bestätigen. Allerdings posteten die "Identitäre Bayern" auf Twitter selbst ein Foto des Banners. Der frühere Dortmunder Neonazi Lukas Bals begrüßte die Aktion auf Twitter. Er war zuletzt einer der führenden Köpfe bei Pegida München und trat dort im Herbst als Hauptmoderator auf.

Mit ähnlichen Kurzzeit-Aktionen haben die Identitäten bereits in der Vergangenheit versucht, Aufmerksamkeit zu bekommen. Im August 2016 hängten sie etwa ein Banner ans Brandenburger Tor in Berlin.

Die "Identitäre Bewegung" in Bayern wird seit Anfang 2016 vom Verfassungsschutz Bayern beobachtet. Ihre Aktivisten arbeiten unter anderem mit der als rechtsextremistisch eingestuften Studentenschaft Danubia zusammen, die ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Am Samstagmorgen wurde Rupert Graf zu Stolberg von Kardinal Marx in der Frauenkirche zum Bischof geweiht. Die Polizei sei schon vor dem Festgottesdienst an der Kirche gewesen, sagte eine Sprecherin des Erzbischöflichen Ordinariates München.

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