Museum Die Pinakothek der Moderne verpasst sich ein neues Image

Die Pinakothek der Moderne, hier bei der Langen Nacht der Museen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Das Museum will seine Vielfalt künftig besser präsentieren und vermarkten - zur Strategie gehört auch eine eigene Website und ein neues Logo.

Von Evelyn Vogel

Für die Pinakothek der Moderne bricht eine neue Ära an. Das klingt im ersten Moment ein bisschen pathetisch, kommt der Wahrheit aber ziemlich nahe. Im 17. Jahr ihres Bestehens emanzipiert sich das Haus mit der Sammlung Moderner Kunst, der Graphischen Sammlung, dem Designmuseum "Die Neue Sammlung" sowie dem Architekturmuseum der TUM von den Staatsgemäldesammlungen. Dort wurde es gemeinsam mit Alter und Neuer Pinakothek, Sammlung Schack, Museum Brandhorst sowie allen Staatsgalerien in Bayern präsentiert und vermarktet. Die neue Strategie stellt also einen einschneidenden Kurswechsel dar. Zeit wurde es. Denn welches andere Vier-Sparten-Haus stellt sein Licht so unter den Scheffel wie die Pinakothek der Moderne bisher?

In Zukunft hat sie eine eigene Website. Zudem hat man mit Hilfe einer externen Strategieberatung sowie einer professionellen Marketingagentur die neue Corporate Identity "Ein Haus, 4 Museen" und den neuen öffentlichen Auftritt erarbeitet. Deutlichstes Zeichen ist das neue Logo: vier schlanke, asymmetrisch platzierte Säulen, die die vier Sparten des Hauses symbolisieren und sich von den Säulen in den Eingangsbereichen ableiten. Das grelle Pink, das die aktuelle Werbestrategie unterlegt, soll sich mit anderen Farben wie einem Zitronengelb, einem retrohaften Moosgrün und einem Blau, das dem der Staatsgemäldesammlung ähnelt, abwechseln. Finanziert wurde das Ganze zur Freude aller Beteiligten - und vermutlich auch aller Steuerzahler - von der Stiftung Pinakothek der Moderne sowie von Pin, den Freunden der Pinakothek der Moderne.

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Für die Öffentlichkeit am interessantesten ist natürlich die Website, auf der man ganz zeitgemäß nach Herzenslust posten und liken kann. Während man sich bislang über mehrere, zum Teil nicht sehr übersichtliche Menüpunkte zu dem Angebot der Pinakothek der Moderne durchklicken musste, eröffnen auf der neuen Website vier gleichrangig angeordnete Bildelemente den Zugang zum Programm der vier Museen. Die Option "Magazin" führt zu ausgewählten Schwerpunkten, unter "Erlebnis+" gelangt man zu einem Kunstvermittlungsformat, bei dem Kuratoren die Besucher mitnehmen auf einen Streifzug durch die vier Museen, um ein Gesamterlebnis zu vermitteln nach dem neuen Motto "1 + 1 + 1 + 1 = 5".

Aus dem Programm der Pinakothek der Moderne stechen hervor: die Sound-App der Neuen Sammlung, die vergessene Töne wie die einer Telefonwählscheibe in Erinnerung ruft. Die Graphische Sammlung kann mit einer Ausstellung anlässlich einer großen Schenkung von Kiki Smith aufwarten und will damit auch online gehen. Das Architekturmuseum erinnert unter anderem an die Leistungen der "Neuen Heimat", und die Sammlung Moderne Kunst präsentiert in einer internationalen Kooperation die Malerei von Raoul De Keyser. Zudem kommt auch München nicht am Bauhausjubiläum vorbei: Das Design beginnt es im Februar mit "Reflex Bauhaus", die Graphische Sammlung beendet es im Oktober mit "Resonanzraum Bauhaus".

Als Zeichen der Gemeinsamkeit werden die vier Museen abwechselnd die große Eingangsrotunde bespielen, die nach den Worten von Angelika Nollert, Chefin der Neuen Sammlung, mitunter "wie ein leerer Raum" wahrgenommen werde. Den Auftakt macht ihre Institution mit der Installation "Pendulum" des Lichtdesigners Ingo Maurer. Von 2020 an folgen an gleicher Stelle Projekte der Sammlung Moderne Kunst, der Graphischen Sammlung und des Architekturmuseums. Alles nach der Formel: 1 + 1 + 1 + 1 = 5.

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