Benefizauktion:Pin schafft 2,6 Millionen

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Benefizauktion: Im besten Sinne "done", also erledigt, war die diesjährige Pin-Auktion mit dem letzten Live-Los des Abends "Sold The Night As Day II" von Birgit Brenner.

Im besten Sinne "done", also erledigt, war die diesjährige Pin-Auktion mit dem letzten Live-Los des Abends "Sold The Night As Day II" von Birgit Brenner.

(Foto: Uwe Walter, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2022/Birgit Brenner / Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin)

Benefizauktion der Freunde der Pinakothek der Moderne kann in Zeiten von Krieg und Energiekrise keinen neuen Rekord erzielen. Spitzenlos bringt eine dreiviertel Million Euro.

Von Evelyn Vogel

Die spannende Frage war: Würde die diesjährige Benefizauktion von Pin, den Freunden der Pinakothek der Moderne, einen neuen Rekord bringen? Würden die Gäste trotz Krieg und Energiekrise "aus Liebe zur Kunst" - so das Motto des Abends in der Rotunde der Pinakothek der Moderne - möglichst oft die Hand heben? Nun, ein neuer Rekord konnte im 20. Jubiläumsjahr mit dem Gesamtergebnis von 2,6 Millionen Euro nicht aufgestellt werden. Den hatte man im vergangenen Jahr mit 3,4 Millionen Euro erzielt und das Spitzenergebnis des Vorjahres von drei Millionen Euro getoppt. (Bis dahin lag die Zielmarke der "Pin 4 Art"-Auktionen bei einer Million Euro.) Allerdings kamen in diesem Jahr 20 Werke weniger als zuletzt zum Aufruf. Allein die 33 Lose, die bei der Live-Auktion am Samstagabend unter den Hammer kamen, erbrachten 2,3 Millionen Euro. Die Online-Only-Auktion, die bis Sonntagnachmittag lief und bei der sich um Maximilian Prüfers "Snailpictures 15-05-22", Walter Schels "Schaf" und besonders um Kennth Bergfelds "The mycological twist" eine Bieterschlacht entwickelte, erhöhte das Ergebnis um weitere 300 000 Euro.

Benefizauktion: Cecily Browns "The Englischer Garten" erzielte 750 000 Euro bei der Pin-Benefizauktion.

Cecily Browns "The Englischer Garten" erzielte 750 000 Euro bei der Pin-Benefizauktion.

(Foto: Genevieve Hanson/Cecily Brown, courtesy Contemporary Fine Arts, Berlin)

Das erwartungsgemäß teuerste Werk der Auktion war das Gemälde "The Englischer Garten" von Cecily Brown. Vor Beginn der Auktion war von einem Münchner Sammler spekuliert worden, dass es zwei Millionen bringen könnte, da Werke der 1969 geborenen britischen Malerin kürzlich in New York zu Rekordpreisen versteigert worden waren. Ein solches Sensationsergebnis gelang zwar nicht, aber das Bild, das mit 300 000 Euro aufgerufen worden war, konnte am Ende für 750 000 Euro zugeschlagen werden. Katharina Grosses farbintensives Gemälde wechselte für 290 000 Euro den Besitzer und übertraf damit die Erwartungen ebenso wie die Arbeit von André Butzer, die 100 000 Euro erzielte, und Alicja Kwades filigranes Werk "Ein Monat (December 2021)", das bei 70 000 Euro wegging und den Schätzwert damit nahezu verdoppelte. Bietergefechte entwickelten sich um einen Pigmentdruck von Robert Longo, der mit 36 000 Euro das Vierfache des Schätzwerts einbrachte, und das Leucht-Objekt "Sold The Night As Day III" von Birgit Brenner, das mit 28 000 Euro das Dreifache des Galeriepreises erlöste. Die Hälfte des Gesamterlöses kommt der Pinakothek der Moderne und dem Museum Brandhorst zugute. Die andere Hälfte verbleibt bei den einliefernden Künstlerinnen und Galeristen.

Benefizauktion: Auktionator Robert Ketterer (Mitte) und die Pin-Vorstandsmitglieder Katharina von Perfall, Thomas Bachmaier, Dorothée Wahl, Annette Stadler, Stephanie Rechenberg, Sophie-Kathrin Kirchner (von links) freuen sich am Samstagabend über den bei der Live-Auktion erzielten Erlös von 2,3 Millionen Euro. Die Online-Only-Auktion erbrachte bis Sonntagnachmittag noch einmal 300 000 Euro.

Auktionator Robert Ketterer (Mitte) und die Pin-Vorstandsmitglieder Katharina von Perfall, Thomas Bachmaier, Dorothée Wahl, Annette Stadler, Stephanie Rechenberg, Sophie-Kathrin Kirchner (von links) freuen sich am Samstagabend über den bei der Live-Auktion erzielten Erlös von 2,3 Millionen Euro. Die Online-Only-Auktion erbrachte bis Sonntagnachmittag noch einmal 300 000 Euro.

(Foto: Brauer Photos für Pin)

Die Versteigerung, die wie in den vergangenen beiden Jahren von Ketterer für Pin organisiert wurde, zog auch zahlreiche Bieter aus London, Hongkong und New York an. Jedoch gingen fast alle Zuschläge an Bieter im Saal. Die 250 Auktionsgäste, die für die Karten zwischen 400 und 600 Euro gezahlt hatten, erlebten den Abend bei Champagner, gebeiztem Saibling und Perlhuhnbrust in einer wieder baustellenfreien Rotunde. Rechtzeitig zum Fest war das große Glasdach repariert und der Bauzaun abgebaut worden. Platz zum tanzen hätte es also gegeben. Doch Pin hatte die große Party bereits im September veranstaltet, um möglichen pandemiebedingten Einschränkungen zuvorzukommen.

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