Ostbahnhof Personenkontrolle eskaliert: Jugendliche bedrängen Polizisten

Bei der Bundespolizei spricht man von einer "neuen Qualität" der Aggression. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hatten zuvor eine Streife gerufen, weil sich 40 bis 50 Jugendliche am Ostbahnhof eine heftige Auseinandersetzung lieferten.

Von Franz Kotteder und Katharina Blum

Die Beamten der Bundespolizei wollten eigentlich einen Streit schlichten, brauchten dann aber selbst Amtshilfe. Denn nur durch eine massives Polizeiaufgebot konnte eine Ansammlung Jugendlicher vor einem Schnellrestaurant am Eingang zum Ostbahnhof aufgelöst werden.

Zuvor hatten Mitarbeiter des Bahn-Sicherheitsdienstes eine Streife gerufen, weil sich sonntagnachts um 1 Uhr 40 bis 50 Jugendliche eine heftige Auseinandersetzung lieferten. Als die Beamten den Hauptaggressor, einen 18-jährigen Ramersdorfer, kontrollieren wollten, ging die Gruppe, die sich aus mehreren einzelnen Gruppen gebildet hatte, auf die Polizisten los. Die holten Verstärkung, am Ende waren 32 Polizisten und sieben Sicherheitsmitarbeiter der Bahn an dem Einsatz beteiligt.

"Das Phänomen ist uns bekannt", erklärt Simon Hegewald, Sprecher bei der Bundespolizeiinspektion in München. "Aber die Quantität, dass so eine große Gruppe aggressiv und mit Sprechchören Polizisten angeht und bedrängt, ist neu." Die Jugendlichen hatten unter anderem "Fuck Police" gerufen.

Immer häufiger habe man zuletzt beobachtet, dass sich Unbeteiligte solidarisch zeigen, auch wenn sie mit den Maßnahmen der Polizei überhaupt nichts zu tun haben. "Das kann ganz bei der Identitätsfeststellung nach einer Fahrkartenkontrolle sein, dass sich eingemischt und gesagt wird: 'Lass dir das nicht gefallen.' Das ist ein Trend, der für unsere Beamten nicht gut ist." Personell wurden die Streifen inzwischen aufgestockt, statt zwei Kollegen sind jetzt drei bis vier gemeinsam am Ostbahnhof unterwegs.

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