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Musical im Werksviertel:Aus dem Theater im Werk 7 wird ein "Bistro"

Die Broadway-Version von "Amélie" stammt von den Amerikanern Craig Lucas und Daniel Messé. Die beiden nahmen die Geschichte der schüchternen Französin und amerikanisierten sie ordentlich. Die berühmten Melodien von Yann Tiersen beispielsweise kamen gar nicht vor, Daniel Messé komponierte selbst flotte, folkige Stücke. "Ein amerikanisches Stück für ein amerikanisches Publikum", sagt Regisseur Drewitz.

Er und Ratan Jhaveri, musikalischer Leiter, wollen Amélie musikalisch zurück nach Europa holen. Die Melodien werden neu orchestriert, drei neue Songs kommen dazu und Yann Tiersens Soundtrack zum Film wird auch in die Münchner Produktion einfließen. Die Atmosphäre solle "französischer" werden, jedoch sei es genau so wichtig, das Werk der Amerikaner zu respektieren und beides zu etwas Neuem zusammenzufügen.

Auch wenn der Film so langsam in den Regalen einstaubt und seine besten Jahre hinter sich hat, ist Stage Entertainment überzeugt, dass der Zauber, den sehr viele Menschen damals im Kino gefühlt haben, erhalten geblieben ist. Für die Produktionsfirma ist "Amélie" der zweite Versuch, sich das Werk 7 zu erobern.

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Mit der Neukomposition "Fack ju Göhte" hatte Stage Entertainment Anfang dieses Jahres ein originelles, im besten Sinn witziges Musical gestartet, das aber nicht über die anvisierte Grundlaufzeit von neun Monaten hinaus verlängert worden war. Unterm Strich waren zu wenig Zuschauer gekommen. Stage Entertainment sagt, man wolle den Versuch, in München unkonventionelle, neue Musicals zu zeigen, unbedingt weiterführen und hoffe, dass mit dem Wachsen des Werksviertels auch das Theater im Werk 7 bekannter werde.

Bei "Fack ju Göhte" war das Theater eine Art Turnhalle. Für "Amélie" wird umgebaut, das Haus solle an ein französisches Bistro erinnern, ein paar Zuschauer werden an kleinen Café-Tischchen sitzen. Probenbeginn ist Anfang 2019, die Premiere ist - natürlich kein Zufall - am Valentinstag, also dem 14. Februar. Gespielt werden dann, so der Plan, wieder acht Vorstellungen die Woche.

Sandra Leitner kommt aus Nordhessen, ging nach der mittleren Reife auf die Academy of Stage Arts in Oberursel und wurde recht übergangslos für eine "Dreigroschenoper" an der Frankfurter Kammeroper engagiert und spielte die Titelrolle in einem eher fragwürdigem "Sissi"-Musical. Dass sie die Amélie, eine richtige, große Hauptrolle, stemmen kann mit ihren 22 Jahren, daran zweifelt Sandra Leitner nicht.

Sie hatte eher Sorge, ob die anderen ihr das zutrauen würden. "Ich wirke auch immer so unfassbar jung", sagt sie, "mehr wie 14 als wie 22". Umso dringender möchte sie sich in die Arbeit stürzen und eine Amélie für München erfinden. Den Film habe sie nur einmal gesehen, kurz vorm Casting. Und das mit dem dunklen Bob, der verdächtig an den von Audrey Tautou erinnert, sei absoluter Zufall gewesen.

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