bedeckt München 17°
vgwortpixel

Immobilien in München:Sensatiönchen auf dem Wohnungsmarkt: Anstieg der Mieten abgeflacht

Der Anstieg der Mieten in München hat sich immerhin abgeflacht.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Der Immobilienverband Deutschland Süd kann erstmals seit langem verkünden, dass der Anstieg der Mieten geringer ausfällt.
  • Neubauwohnungen in München werden für durchschnittlich 19 Euro vermietet, Bestandswohnungen für 17 Euro.
  • Im Bayerndurchschnitt sind es 11,90 Euro (Neubau) und 10,70 Euro (Bestand).

Sinkende Mieten kann Stephan Kippes zwar nicht verkünden, aber nach der Kontinuität der vergangenen Jahre ist es, wenn auch keine Sensation, doch zumindest ein kleines Sensatiönchen: Der Anstieg der Mieten in München hat sich abgeflacht. "Der Wahnsinn geht weiter", "es ist kein Ende in Sicht", so gingen die Sätze, die die Pressekonferenzen des Immobilienverbandes Deutschland Süd (IVD) in den vergangenen Jahren bestimmten. Und jetzt? Bedeutet der neue Trend, dass die Mieten bald sinken werden? "Da habe ich zarte Zweifel", sagt Kippes, Leiter des Marktforschungsinstituts beim Immobilienverband Deutschland Süd (IVD).

Laut dem aktuellen Marktbericht sind die Mietsteigerungen im Halbjahresvergleich bei Bestandswohnungen, neu errichteten Reihenmittelhäusern und Doppelhaushälften am höchsten: Sie wurden im Frühjahr um 1,2 Prozent teurer neu vermietet als im Herbst 2018. Altbauwohnungen haben sich im selben Zeitraum um 1,2 Prozent verteuert und Reihenmittelhäuser aus dem Bestand um 0,9 Prozent. Gering fällt der Anstieg bei Neubauwohnungen (plus 0,5 Prozent) und neu gebauten Doppelhaushälften (plus 0,3 Prozent) aus. Beim IVD hat man auch für diese Entwicklung die passende Formulierung parat: "Es geht gebremst mit nachlassender Dynamik weiter nach oben", sagt Kippes.

So hoch sind die Mieten für Neubauwohnungen in München

Demnach werden Neubauwohnungen in der Landeshauptstadt nun für durchschnittlich 19 Euro vermietet, Bestandswohnungen für 17 Euro. Im Bayerndurchschnitt sind es 11,90 Euro (Neubau) und 10,70 Euro (Bestand). Die Mietpreise für neue Reihenmittelhäuser - deren Anzahl sich jedoch in engen Grenzen hält - kratzen an der 2500-Euro-Marke. Eine Doppelhaushälfte aus dem Bestand ist mittlerweile für 2630 Euro pro Monat zu mieten, eine neu errichtete für 3000 Euro. Lässt man die Inflation außer Acht, sind die Mieten in München seit dem Jahr 2000 um 75 Prozent gestiegen. Die Kaufpreise gingen im selben Zeitraum noch deutlich stärker nach oben, nämlich um 177 Prozent - sie haben sich also nahezu verdreifacht.

Von 7. August an gilt in Bayern und damit auch in München wieder die Mietpreisbremse. Dann tritt die von der Staatsregierung erlassene neue Mieterschutzverordnung in Kraft. Nötig geworden war dies, weil der Freistaat die erste Verordnung im August 2015 fehlerhaft erlassen hatte. Er hatte nicht für alle betroffenen Städte und Gemeinden Bayerns einzeln begründet, warum die Mietpreisbremse jeweils gelten soll - das wäre juristisch nötig gewesen. Gemäß einer Entscheidung des Landgerichts München vom Dezember 2017 war die Mietpreisbremse in Bayern somit bislang ungültig gewesen.

Gerade einmal vier Jahre nach der Einführung der Mietpreisbremse gilt sie nun also auch in Bayern. Der nächste Vorstoß folgt bald: Im Herbst will der Mieterverein München mit der Unterschriftensammlung für die Zulassung seines Volksbegehren "Uns glangt's" beginnen, mit dem ein fünfjähriger Mietenstopp in Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt erreicht werden soll. Dass die Initiative sich tatsächlich zum Wohle der Mieter auswirkt, glaubt jedoch nicht jeder. Er sei "felsenfest überzeugt, dass allein die Diskussion bereits jetzt zu Mieterhöhungen führt", sagt der IVD-Vorstandsvorsitzende Martin Schäfer. Besonders ärgert er sich über die Münchner SPD, die das Volksbegehren von Anfang an unterstützt hat: "Erst schmeißt man das Kind in den Brunnen, und dann macht man einen Deckel drauf, damit es keiner schreien hört."

Wohnen in München Neues Quartier im Bahnhofsviertel

Postbank-Areal

Neues Quartier im Bahnhofsviertel

Aus dem früheren Postbank-Komplex soll der "Correo"-Block werden - samt außergewöhnlicher Fassade und öffentlichem Park. Für viele kleine Geschäftsinhaber im jetzigen Gebäude dürfte es das Aus bedeuten.   Von Alfred Dürr