Energiewende:Münchner Hausbesitzer müssen länger auf Wärmeplan warten

Energiewende: Der Wärmeplan soll auch zeigen, wie es mit dem Ausbau des Fernwärmenetzes weitergeht.

Der Wärmeplan soll auch zeigen, wie es mit dem Ausbau des Fernwärmenetzes weitergeht.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Das Klimareferat arbeitet an einer digitalen Stadtkarte, die wichtige Fragen zum Heizen beantwortet: Wie wird das Fernwärmenetz erweitert? Wo eignet sich eine Grundwasser-Wärmepumpe?

Von Bernd Kastner

Die kommunale Wärmeplanung für München verzögert sich. Das Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) wird sie nach Angaben einer Sprecherin nicht mehr, wie eigentlich geplant, in diesem Jahr präsentieren, man peile nun einen Termin im März an. Grund dafür sei, dass verschiedene Gesetze und Förderprogramme auf Bundesebene, die die Münchner Planungen beeinflussten, noch nicht vorlägen.

Im Frühjahr will Klimareferentin Christine Kugler dem Stadtrat vorstellen, wie sich München künftig mit möglichst klimafreundlicher Wärme versorgen kann. Anschließend sollen die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit haben, sich dazu zu äußern. Nach dieser sogenannten Öffentlichkeitsbeteiligung, die vier Wochen dauern werde, soll der Wärmeplan Ende 2024 endgültig beschlossen werden.

Die Ziele der Rathauskoalition sind groß: "München soll eine der ersten Großstädte Deutschlands werden, die es schafft, Gebäude ohne Heizöl und Erdgas zu beheizen und dabei die Heizkosten sozial verträglich zu halten." Grundlage dafür soll der Wärmeplan sein. Alle großen Kommunen müssen ihn bis Mitte 2026 vorlegen, so will es das entsprechende Gesetz der Bundesregierung.

Doch was bedeutet der Plan konkret? Er soll in Form einer digitalen Stadtkarte präsentiert werden. "Baublockscharf" will das RKU dann darstellen, wo sich welche klimafreundlichen, also fossilfreien Energiequellen für die Wärmegewinnung eignen. Dabei wird es unter anderem um den Ausbau des Fernwärmenetzes der Stadtwerke gehen, aber auch um die mögliche Nutzung von Abwärme aus Industrieanlagen. Konkret soll es in der "Wärmekarte" Antworten auf solche Fragen geben: Wie wird das Fernwärmenetz erweitert? In welchem Zeitraum? Wo bieten sich Grundwasser-Wärmepumpen an? Wo ist eine dezentrale Wärmeversorgung etwa über Blockheizkraftwerke sinnvoll?

Das RKU will in der Planung auch Alternativen anzeigen: Wer zwar eine Fernwärmeleitung in der Straße hat, sich aber nicht anschließen wolle, erfahre mögliche andere Wärmequellen. Schon jetzt bietet das "Geo-Portal München" online Infos über die Grundwassertemperatur im Stadtgebiet oder die Solarpotenziale einzelner Häuser. Eine detaillierte und einfache Online-Abfrage der möglichen Wärmequellen mittels Adresse eines Gebäudes werde es im Wärmeplan nicht geben, erklärt eine RKU-Sprecherin; das verbiete der Datenschutz. Allerdings solle die Online-Karte nach Adresse genau Informationen liefern über mögliche Energieerzeugung an bestimmten Stellen. Wo sich etwa oberflächennahe Geothermie lohne. Zudem sollen die Münchnerinnen und Münchner individuelle Anfragen ans RKU richten können.

Noch klingen die öffentlich zugänglichen Informationen zu dem zu erwartenden Wärmeplan abstrakt: "Die kommunale Wärmeplanung ist ein gesamtstädtischer Orientierungsrahmen zur Wärmewende und leitet nachgelagerte Planungen und Konzepte an", heißt es etwa auf muenchen.de. Im Klimareferat ist man sich offenbar bewusst, dass vieles bislang schwer verständlich und vage ist. Bis zur geplanten Präsentation im Frühjahr wolle man den Wärmeplan verständlicher beschreiben. "Wir sind dran", sagt die Sprecherin.

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