München/Unterföhring:Wege aus der Staufalle

Stau Föhringer Ring

Täglicher Ärger: Der Stillstand auf dem Föhringer Ring geht Tausenden auf die Nerven.

(Foto: Florian Peljak)

Kommunalpolitiker aus Ismaning, Unterföhring und München fordern den Nordring für die S-Bahn

Von Sabine Wejsada, München/Unterföhring

Konkrete Forderungen zur Entlastung des Münchner Nordostens vom Verkehr stellt die SPD auf. Fünf Ortsvereine der Sozialdemokraten aus Stadt und Landkreis München haben sich in Unterföhring getroffen, um über den drohenden Verkehrskollaps zu sprechen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie dieser zumindest abgemildert werden kann. So fordern die SPD-Kommunalpolitiker aus Aschheim, Ismaning, Unterföhring sowie München-Denning und Bogenhausen-Oberföhring ein schnelles Handeln vor allem der bayerischen Staatsregierung.

Dabei geht es den Ortsvereinen nicht nur um einen Ausbau der bestehenden Straßen, sondern in erster Linie um die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). "Der ÖPNV muss schnell und nach einer Einigung mit dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) auch kostengünstig sein! Nur dann wird der Individualverkehr reduziert und das Umsteigen auf den ÖPNV noch attraktiver gemacht werden können", heißt es in dem Positionspapier der Ortsvereine. Die Staatsregierung müsse "endlich Fakten schaffen", schreiben die Vertreter der SPD.

Die Straßen im Münchner Nordosten seien bereits heute überlastet. Lange Blechlawinen schieben sich aus der Stadt hinaus in den Landkreis und umgekehrt. Wer zu den Stoßzeiten unterwegs ist, erlebt den werktäglichen Stau in der Früh und am Abend am eigenen Leib.

Nach den Worten von Thomas Weingärtner, dem SPD-Ortsvorsitzenden von Unterföhring, könnte mit drei Schritten ein Ausweg aus dem Dilemma gefunden werden. So müsse eine Nordring-S-Bahn auf den Schienen der Deutschen Bahn verkehren. Beim jüngst beschlossenen Ausbau des Föhringer Rings setzen sich die SPD-Vertreter dafür ein, die wichtige Straße über Isar und Kanal bei Unterföhring nicht nur auf vier Spuren zu erweitern, sondern auch eine eigene Spur für Busse zu schaffen: "Wenn für Busse - oder auch langfristig für schienengebundene Verkehrsmittel - keine Trasse frei bleibt, steht der Verkehr endgültig still." Wichtig sei darüber hinaus, die Kreisstraße M 3 vom Föhringer Ring bis zur B 471 auszubauen und zur Staatsstraße aufzuwerten, sie also in die Verantwortung des Freistaates zu stellen.

"Nur mit einer schnellen Umsetzung dieser drei Forderungen kann es zur Entspannung der täglich immer stärker werdenden Belastungen kommen und nur so ist in den nächsten Jahren ein Verkehrskollaps im Nordosten Münchens zu vermeiden", da sind sich die SPD-Vertreter einig. Insbesondere der schon im Bundesverkehrswegeplan festgesetzte vierspurige Ausbau der Bundesstraße 471 macht nach Ansicht der Sozialdemokraten einen Ausbau der M 3 und des Föhringer Rings zwingend notwendig. Denn der Zubringer zur Autobahn sei bereits jetzt als problematisch einzustufen, in Zukunft werde dieses Nadelöhr den Verkehr vollständig lahmlegen, schreiben die SPD-Ortsvereine. Vor allem, wenn die Stadt München ihr neues Quartier mit 30 000 Einwohnern und 10 000 Arbeitsplätzen im Nordosten realisiert. Denn auch dieser Verkehr wird laut ersten Überlegungen über die M 3 abfließen, wie Weingärtner sagt. "Spätestens dann muss der Ausbau der Straße abgeschlossen sein."

Wie Weingärtner berichtet, geht es den Ortsvereinen aus Stadt und Landkreis darum, in einem Schulterschluss die Zukunft des Raumes im Münchner Nordosten zu gestalten und die Lebensqualität zu erhalten. "Wir müssen auch überlegen, wo sich die vielen Menschen erholen sollen, und deshalb großräumig denken." Also über Gemeinde- und Stadtgrenzen hinweg.

Weitere Treffen des Bündnisses sind geplant, und auch mit der SPD-Fraktion im Münchner Stadtrat, in dem die Entscheider sitzen, bestehe Kontakt - und Kooperation, wie der Unterföhringer SPD-Chef betont.

© SZ vom 04.04.2017
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