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Neue U-Bahn-Linie:Die einzige Chance gegen den Kollaps

Kommentar zur neuen U-Bahn-Linie U9

Die neue U 9 führt quer durch die dicht bewohnten Stadtteile Bahnhofsviertel, Maxvorstadt und Schwabing.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Auch wenn es teuer wird: Die U9 muss gebaut werden. Sie ermöglicht völlig neue Verbindungen und entlastet die störanfälligen Linien in der Innenstadt.

Gibt es in der Innenstadt nicht schon genügend U-Bahnen? Der Sinn und Zweck der geplanten U 9 erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Seit den späten Achtzigerjahren, als mit der U 4/U 5 die bislang letzte Innenstadttrasse fertiggestellt war, galt in München die Prämisse: Das U-Bahn-Netz wächst nach außen, die Linienäste rücken der Stadtgrenze immer näher. Richtung Garching geht es bereits ins Umland hinein. Diese Entwicklung hat freilich ihre Grenzen. Eine U-Bahn ist nur in dicht besiedelten Gebieten sinnvoll, für dünn besiedelte Häuschengegenden reicht zumeist die Trambahn oder ein Bus. Garching bildet eine Ausnahme, wegen der TU.

Die neue U 9 führt hingegen quer durch die dicht bewohnten Stadtteile Bahnhofsviertel, Maxvorstadt und Schwabing, wo viele Fahrgäste zu erwarten sind. Der eigentliche Gag der U 9-Planung ist aber die Flexibilisierung des Netzes. Durch die neuen Röhren werden plötzlich völlig neue Direktverbindungen kreuz und quer durch München möglich. Man kann ohne Umsteigen von der Implerstraße zum Frankfurter Ring fahren. Vom Hauptbahnhof zur Münchner Freiheit und zur Allianz Arena. Von Garching zu den Pinakotheken. Das entlastet nicht nur die überlasteten und daher störanfälligen Linienäste der U 3 und U 6, auf denen der Takt nicht mehr beliebig verdichtet werden kann. Man muss auch weniger umsteigen. Was an den Sardinen-Stationen Odeonsplatz und Sendlinger Tor spürbar werden dürfte.

Die U 9 ist also nicht nur ein Zusatzangebot. Sie ist die einzige realistische Chance, das bestehende Netz vor dem Kollaps zu bewahren. Sie muss gebaut werden. Auch wenn das teuer wird. Dass München nun in Vorleistung geht, ist daher richtig. Denn es ist eigentlich kaum vorstellbar, dass Berlin es versäumt, die Förderkriterien zu aktualisieren. Dann wäre es in sämtlichen deutschen Städten vorbei mit dem Ausbau der Nahverkehrsnetz. In Zeiten der Klimadebatte. Absurd.

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