Nahverkehr in München:Empfangsprobleme beim O₂-Handynetz in der U-Bahn

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Nahverkehr in München: Nicht immer Datenempfang: Das Surfen in der U-Bahn ist zur Zeit für O₂-Kunden schwierig.

Nicht immer Datenempfang: Das Surfen in der U-Bahn ist zur Zeit für O₂-Kunden schwierig.

(Foto: Florian Peljak)

Surfen in der U-Bahn funktioniert derzeit nur abschnittsweise - jedenfalls wenn man Kunde von O₂ ist. Der Mobilfunkanbieter modernisiert gerade seine Technik. Wie lange das noch dauern soll.

Von Anna Hoben

Wer zurzeit mit der U-Bahn fährt und einen Handyvertrag mit dem Mobilfunkanbieter O₂ abgeschlossen hat, ist zur eigenen Unterhaltung auf eine gedruckte Zeitung, ein Buch oder das Beobachten der Mitfahrenden angewiesen. Mit Freunden am Smartphone Kurznachrichten hin- und herschicken, die sozialen Medien checken oder Surfen im Internet, das fällt auf vielen Streckenabschnitten aus - nach Auskunft des Mobilfunkunternehmens Telefónica Deutschland, zu dem die Marke O₂ gehört, wird dieser Zustand noch bis Ende Juni oder Anfang Juli andauern.

"Unsere Netztechnikerinnen und Netztechniker nehmen im Bereich der U-Bahn aktuell einen Umbau und eine Modernisierung unserer Mobilfunkanlage vor", teilte Pressesprecher Alexander Geckeler auf Anfrage mit. "Etwaige Einschränkungen auf einzelnen Abschnitten bedauern wir sehr und bitten um Verständnis." Der Grund für die Umbauarbeiten: Die verfügbaren 4-G-Kapazitäten werden erweitert, zugleich bereitet Telefónica das System auf den Mobilfunkstandard 5 G vor. Die Baumaßnahmen würden "streckenweise und zügig" durchgeführt, so der Sprecher. In der Regel werde in den wechselnden Bauabschnitten mindestens einer der beiden vorhandenen Mobilfunkservices, GSM/2 G oder LTE/4 G, verfügbar sein.

Das ist aber offenbar seit einigen Tagen oftmals nicht der Fall. Ein Problem, auf das in dieser Woche auch die SPD-/Volt-Fraktion im Stadtrat hingewiesen hat. Sie forderte den Betreiber auf, die Störungen umgehend zu beheben: "SPD/Volt befürwortet die Modernisierung, doch die Arbeiten müssen schneller beendet sein", hieß es in einer Pressemitteilung. Ein wochenlanger Netzausfall sei nicht zu tolerieren. "Im öffentlichen Nahverkehr im Internet zu surfen, gehört mittlerweile zum Alltag", sagte Lars Mentrup, IT-politischer Sprecher der Fraktion. "Viele Menschen verlassen sich darauf, in der U-Bahn auch Netz zu haben." Die SPD wies zwar darauf hin, dass vor allem Kunden von O₂ betroffen seien, sprach mit ihrer Kritik allerdings explizit den Betreiber Vodafone an.

Tatsächlich fungiert Vodafone als Generalunternehmer, wenn es darum geht, das Netz im Münchner Untergrund für neue Technologien auszubauen. Für die aktuellen Probleme ist der Mobilfunkanbieter nach eigener Auskunft jedoch nicht verantwortlich. Vodafone führe zurzeit keine Bauarbeiten aus, es gebe keine Störungen und auch keine Kundenbeschwerden, sagte Sprecher Volker Petendorf auf Anfrage. "Das Netz wird regelmäßig in bester Qualität genutzt." Für den Netzbetrieb sei jeder Betreiber selbst zuständig. Die Umstellung von 4 G auf 5 G in der U-Bahn stehe bei Vodafone noch aus.

Den Politikern dauert die Umstellung schlicht zu lange

Man sei im Dialog mit der SPD-Fraktion, um zu klären, wie es zu der Meldung gekommen sei, so Petendorf. Die beruft sich auf eine Auskunft von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), die auf ihrer Webseite auf das Problem hinweist: "Laut dem Netzbetreiber O₂ kommt es derzeit in der U-Bahn zu Einschränkungen oder Ausfällen beim Mobilfunkempfang", heißt es da. Welcher Anbieter auch immer verantwortlich ist - SPD-Stadtrat Lars Mentrup dauert die Umstellung schlicht zu lange. Dass die Ausfälle wochenlang andauerten, "das erscheint mir etwas fragwürdig".

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