Gastronomie in München:Traditionslokal mit neuem Anstrich

Gastronomie in München: Der neue und alte Straubinger-Wirt Hermann Zimmerer in den renovierten Räumen.

Der neue und alte Straubinger-Wirt Hermann Zimmerer in den renovierten Räumen.

(Foto: Catherina Hess)

Nach einem Brand in der Küche hat der Straubinger-Wirt sein Lokal komplett renoviert. Zehn Monate dauerten die Arbeiten - nun gibt es wieder Schweinshaxe und Ente.

Von Sarah Maderer

Eine LED-Lampe in der Küche soll der Übeltäter gewesen sein. Vermutlich sei sie herabgefallen und auf Plastik gelandet, erklärt Hermann Zimmerer. Endgültig geklärt sei aber bis heute nicht, wie am 13. Februar dieses Jahres der Brand in seinem Wirtshaus "Zum Straubinger" am Viktualienmarkt entstehen konnte. Was auch immer es war, das Feuer verursachte einen Schaden von etwa 800 000 Euro und starker Rauch ruinierte nicht nur die Küche des Straubingers, sondern auch seinen Gastraum.

"Für mich war dieser Brand eine Lebenserfahrung, die ich mir gerne erspart hätte", sagt Zimmerer bei der Präsentation der neuen Räumlichkeiten am Mittwoch. Neben dem Straubinger betreibt der Gastronom das Paulaner Brauhaus am Kapuzinerplatz und das Wirtshaus "Zwickl" am Viktualienmarkt. Außerdem war er 25 Jahre lang Wirt des Schwabinger Wirtshauses "Zur Brez'n", das er nur wenige Wochen vor dem Brand im Straubinger abgab.

So verheerend die Brandschäden waren, Zimmerer nahm sie zum Anlass, den Straubinger nach 23 Jahren komplett zu renovieren. Über zehn Monate hinweg wurden nach den Plänen des Architekturbüros Wildsfeuer nicht nur die Küche, die am meisten Schaden davongetragen hatte, sondern auch Decken, Böden und Wandverkleidung im Hauptgastraum und im Nebenzimmer erneuert. Dazu wurden Fenster, Theke und Schankanlage ausgetauscht und neue Systeme für Lüftung und Wasserenthärtung eingebaut.

Der Biergartenbetrieb spülte Geld in die Kasse

Über eine Million Euro habe diese Renovierung Zimmerer zufolge gekostet, darin nicht enthalten die Personalkosten für die Mitarbeiter, die man trotz Schließung halten wollte. Lediglich der Biergartenbetrieb in den Sommermonaten spülte als Übergangslösung ein wenig Geld in die Kasse. Nun hat der Straubinger pünktlich zum Weihnachtsgeschäft seit einer Woche wieder geöffnet. Im weihnachtlich geschmückten Gastraum riecht es noch ein wenig nach Farbe. Es sei alles bereit, es fehle höchstens noch das ein oder andere Bild an der Wand, meint Paulaner-Chef Andreas Steinfatt.

Die ersten Gäste des Mittagsgeschäfts schien das nicht weiter zu stören, als sie entlang der langen Holztische Platz nahmen. Es habe im Straubinger Tradition, dass Münchner und Auswärtige am selben Tisch zusammenkommen, findet Steinfatt. Die Tische, Bänke und Stühle seien zudem die einzigen Einrichtungselemente, die Zimmerer aus dem alten Straubinger in den neuen hinüberretten konnte.

Das dunkle Holz der Stühle findet sich auch in der grau-braunen Wandverkleidung des Hauptgastraums wieder. Dazu lassen hohe Bogenfenster zur Blumenstraße hin viel Tageslicht ein und auch die Steinvertäfelung des langen Bartresens in hellen Grautönen mutet freundlich an. Farbtupfer kommen nur von der weihnachtlich roten Dekoration und vom Holz im kleinen Nebenzimmer. Hier wurden Stühle und Wandverkleidung in einem gedeckten Petrolblau gestrichen.

Auch zwei Eisstockbahnen gibt es

Auf der Speisekarte stehen wie gewohnt bayerische Spezialitäten, von der halben Schweinshaxe (17,50 Euro) bis zur viertel Ente (19,50 Euro). Dazu gibt es unter der Woche einen Mittagstisch bis 14.30 Uhr und Sonderaktionen wie das Weißwurst-Frühstück am Faschingsdienstag. Zunächst können aber noch bis zum 7. Februar zwei Eisstockbahnen im Biergarten gemietet werden, auf Wunsch gibt es auch einen Glühwein-Ausschank dazu.

Wie blickt Hermann Zimmerer aufs Frühjahr? Aktuell brauche der Straubinger noch ein bis zwei neue Servicekräfte und auch eine Position in der Küche gelte es noch zu besetzten. Allzu sehr wolle er aber im Moment nicht "aufstaffen", damit er nicht gleich im neuen Jahr wieder entlassen müsse. Denn hinsichtlich der Mehrwertsteuererhöhung in der Gastronomie auf 19 Prozent zeigt sich der Gastronom besorgt. Für die ersten Monate nach der Erhöhung rechne er mit einem leichten Umsatzeinbruch, der sich in den wärmeren Frühjahrsmonaten hoffentlich wieder reguliere.

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