Stadtviertel:Auf gute Nachbarschaft

Lesezeit: 2 min

Von Konzerten übers Garteln bis zum Trommel-Workshop: Die Woche der Nachbarschaftstreffs startet.

Von Ellen Draxel

Für Netzwerkerinnen wie Claudia Hausjell müssen die Pandemie-Jahre besonders bitter gewesen sein. Statt das Netz weit auszuwerfen, unablässig Angebote zu machen, immer wieder einzuladen, mussten sich die Teams der inzwischen mehr als 50 Münchner Nachbarschaftstreffs einschränken, auf Abstände achten, Absagen kommunizieren. Die Woche der Nachbarschaftstreffs hat es aber selbst in dieser bedrückenden Zeit gegeben. "Wir haben auch während Corona eine abgespeckte Version der Woche gemacht, sie fand jedes Jahr statt", sagt Hausjell. Diesmal kann die Koordinatorin, die in Diensten der Gewofag steht, aber zugleich mit Sina Rauhut das gesamte Netzwerk organisiert, aus dem Vollen schöpfen. Corona-Einschränkungen sind kaum noch zu beachten, das Programm der Woche von Mittwoch, 18., bis Mittwoch, 25. Mai, ist entsprechend gewachsen.

38 Treffs machen mit, und wer sich davon lediglich ein paar Hausführungen und Einladungen zum Kaffeeklatsch erwartet, geht deutlich fehl. Die Angebote reichen vom Tag der offenen Tür über gemeinsames Garteln bis hin zu Kleiderkammern oder Konzerten für die Nachbarschaft. Einen Teil des Programms lassen die Macherinnen ins Ukrainische und ins Russische übersetzen, sodass auch Geflüchtete wissen, worum es geht. Und auf der Internetseite der Münchner Nachbarschaften sind auch Angebote enthalten, die sich speziell an Geflüchtete richten.

"Wir machen diese Woche jetzt zum sechsten Mal", sagt Hausjell, "und wir wollen damit auch die Politik aufmerksam machen auf das, was wir leisten." Dass die Verantwortlichen erkannt haben, welch integrative Kraft dem Nachbarschaftsnetzwerk zukommt, beweist das inzwischen kräftig gewachsene Netz. Dieses kennenlernen zu können, ist für alle Münchner, die sich mehr Miteinander in ihren oft anonymen Wohnvierteln wünschen, in der Aktionswoche besonders barrierefrei möglich. Aber auch jenseits der Aktionswoche stehen die Treffs für ein lebendiges, nachbarschaftliches Miteinander, für Solidarität und gegenseitige Unterstützung - und das inzwischen verteilt über das ganze Stadtgebiet.

Das Schlagwort "München ist bunt" zeigt sich dementsprechend in der Breite des Programms. So stellt etwa der Bewohnertreff unter den Arkaden, Dientzenhoferstraße 68, ganz im Norden der Stadt aus Anlass des Weltbienentags Samenkugeln her und lädt zum Besuch einer Imkerin ein (Freitag, 20. Mai, zehn bis 13 Uhr). Der Giesinger Nachbarschaftstreff, Neuschwansteinplatz 12, bittet Jung und Alt zum Trommel-Workshop (Montag, 23. Mai, 16 bis 17.30 Uhr). Der Treff an der Oslostraße in der Riemer Messestadt lädt zum Kick-off in die Flughafen-Riem-Straße 9 (Mittwoch, 18. Mai, 16 bis 17 Uhr) beziehungsweise in die Oslostraße 10 (17.30 bis 18.30 Uhr). Und ganz im Westen öffnet der Nachbarschaftstreff Freiham zur Pflanzenbörse im Freiluftgarten am Ende des Freihamer Wegs (Samstag, 21. Mai, 15 bis 18 Uhr).

Das gesamte Programm findet sich im Internet unter www.nachbarschaftstreff-muenchen.de

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB