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Streaming:Wo man Silvester- und Neujahrskonzerte hören kann

Klavierduo Shalamov /T. Greenleaves

Im Dezember hat das Klavierduo Shalamov gemeinsam mit Pauker Tom Greenleaves Beethovens Neunte im Arrangement für zwei Klaviere von Franz Liszt aufgezeichnet.

(Foto: Eric Kemnitz/Gewandhaus-Orchester)

Von Beethovens Neunter in Leipzig über Strauß-Tänze in Wien bis zu Techno-Programmen mit DJ-Sets in München: Was musikalisch zum Jahreswechsel geboten ist.

Von Sarah Maderer

Wer sich den Jahreswechsel ohne Strauß'sche Konzert-Klassiker wie "Die Fledermaus" oder Beethovens Neunte nicht vorstellen kann, kommt dank einiger Streaming-Angebote auch in Pandemiezeiten auf seine Kosten. "Grade in diesem Jahr haben wir Beethovens emotionale Kraft und sein ,Seid umschlungen!' so nötig wie nie", sagt Andreas Schulz, Direktor des Leipziger Gewandhauses. Deshalb wird dort die Symphonie in diesem Jahr nicht wie geplant vom Gewandhausorchester zu hören sein, sondern vom Klavierduo Shalamov, zusammen mit dem Solo-Pauker Tom Greenleaves. Ihre Interpretation von Liszts Transkription für zwei Klaviere ist ab Donnerstag, 31. Dezember, 15.30 Uhr, online abrufbar: www.gewandhausorchester.de/stream.

Auch die Wiener Philharmoniker verbinden musikalische Tradition mit digitaler Darbietung: Unter der Leitung Riccardo Mutis lassen sie an Neujahr um 11.15 Uhr vorrangig Strauß-Tänze im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins erklingen. Ebenso übertragen die Berliner Philharmoniker ihr Silvesterkonzert mit Wiederholung tags drauf über die Digital Concert Hall, inklusive Vorab-Interview mit Dirigent Kirill Petrenko. Das Programm dominieren spanische und südamerikanische Klänge, solistisch ergänzt vom Gitarristen Pablo Sáinz Villegas (Karten unter: www.digitalconcerthall.com/de/concert/53132). Die Hamburger Elbphilharmonie setzt auf Bewährtes und bietet von 31. Dezember an ihre "Fledermaus"-Aufführung von 2019 im On-Demand-Stream an: www.elbphilharmonie.de/de/mediathek/tag/livestream. Die Leitung hatte damals Manfred Honeck.

So bietet sich den Münchnern dieses Jahr die Gelegenheit, auch mal den Neujahrsklängen nicht heimischer Konzerthäuser zu lauschen, nachdem die Neujahrskonzerte der großen Münchner Ensembles ohne digitale Alternativen abgesagt wurden. Zudem sind solche Konzerte nicht nur der Klassik-Sparte vorbehalten: Das seit fünf Jahren jährlich in Berlin stattfindende Neujahrskonzert von Erobique wird mit DJ-Set und Das Bo als Gastgeber gestreamt (Karten: erobique.tickettoaster.de).

Und auch das Harry Klein sendet im Livestream von 21 bis 4 Uhr ein Silvesterprogramm (www.harrykleinclub.de): Die Jazzrausch Bigband eröffnet mit einem zweistündigen Set aus bekannten Technoprogrammen wie "Dancing Wittgenstein", aufwendig in Szene gesetzt mit Licht, Visuals und mehr als 15 Kameras. Im Anschluss sorgen DJs für einen groovigen Rutsch ins neue Jahr. So dürfte Silvester trotz der Ausgangssperre nicht langweilig werden.

© SZ vom 30.12.2020/infu
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