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München:Sexueller Übergriff im Alten Botanischen Garten: Polizei stoppt 18-Jährigen mit Warnschuss

Schmuckfoto München City: Justizpalast gesehen vom alten Botanischen Garten aus.

Der Alte Botanische Garten in München

(Foto: Florian Peljak)
  • Zeugen hatten am frühen Morgen im Alten Botanischen Garten Schreie wahrgenommen und sofort einen Notruf abgesetzt.
  • Sie sahen eine Schülerin, die mit heruntergezogener Hose auf dem Boden lag, und einen Mann, der ebenfalls mit heruntergezogener Hose auf ihr lag.
  • Der 18-Jährige versuchte zunächst zu fliehen, erst nach einem Warnschuss der Polizei konnte er gefasst werden.

Von Thomas Schmidt

Ein Polizeiobermeister hat in der Nacht zu Mittwoch im Alten Botanischen Garten Gebrauch von seiner Dienstwaffe gemacht und einen Warnschuss in die Luft abgefeuert. Zusammen mit seinem Streifenpartner hat er womöglich verhindert, dass ein 17-jähriges Mädchen unter freiem Himmel vergewaltigt wurde. Der mutmaßliche Täter, ein 18 Jahre alter Mann aus dem Landkreis München, wurde festgenommen. Die Ermittlungen zu dem Fall stehen aber noch am Anfang.

Es war kurz nach zwei Uhr in der Nacht, als Zeugen plötzlich die Schreie der jungen Frau im Alten Botanischen Garten hörten, berichtet Constanze Spitzweck, Pressesprecherin des Münchner Polizeipräsidiums. Die Zeugen schauten nach, woher die Schreie stammten. Dabei entdeckten sie das 17-jährige Mädchen, wie es mit heruntergezogener Hose auf dem Boden lag. Auf ihr lag der 18-Jährige, ebenfalls mit heruntergelassener Hose.

Offenbar trauten sich die Zeugen nicht, direkt einzugreifen und den Mann von dem Mädchen herunterzuzerren, alarmierten aber sofort die Polizei. Zufällig waren zwei Streifenbeamte gerade in der Nähe und laut Pressesprecherin Spitzweck in einer halben Minute zur Stelle. Als die Einsatzkräfte auftauchten, ergriff der mutmaßliche Vergewaltiger sofort die Flucht. Die Beamten rannten dem Mann durch die Dunkelheit hinterher.

Einer der beiden Polizeiobermeister schrie im Vollsprint: "Stopp Polizei!" Das kümmerte den 18-Jährigen aber nicht sonderlich, er rannte einfach weiter. Daraufhin brüllte der Beamte: "Stehen bleiben oder ich schieße!" Doch auch durch diese Drohung ließ sich der mutmaßliche Täter bei seiner Flucht nicht aufhalten. Schließlich zog der Polizist seine Waffe und feuerte einen Schuss in die Luft ab. Das machte nun doch Eindruck auf den 18-Jährigen, er stoppte endlich und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Warum sich die Minderjährige aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck noch so spät an einem stadtbekannten Kriminalitätsbrennpunkt aufhielt und ob sie den Tatverdächtigen womöglich kannte, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Täter und Opfer seien beide "erheblich alkoholisiert" gewesen. Gegen den 18-Jährigen wird nun wegen versuchter Vergewaltigung ermittelt. Er soll an diesem Donnerstag einem Richter vorgeführt werden, der dann darüber entscheiden muss, ob Haftbefehl erlassen wird.

© SZ vom 24.08.2017/mmo
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