Prozess in München:Demenzkranker muss nach Vergewaltigungen in Psychiatrie bleiben

Über Monate hat sich der 78-Jährige immer wieder an seinen ebenfalls erkrankten Mitbewohnerinnen vergangen. Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Pflegeheimes werden eingestellt.

Ein demenzkranker Mann, der in einem Spezialpflegeheim bei München mehrere Frauen missbraucht haben soll, muss in einer psychiatrischen Einrichtung bleiben. Das entschied das Landgericht München II, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag bestätigte. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seine ebenfalls erkrankten Mitbewohnerinnen in dem auf Demenzerkrankungen spezialisierten Pflegeheim mehrfach missbraucht hat. Über Monate verging er sich demnach immer wieder an ihnen, eine der Frauen soll er viermal vergewaltigt haben.

Der Mann ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht schuldfähig und war in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht, in der er nun nach dem Urteil des Gerichts bleiben soll.

Der Prozess hatte Patientenschützer auf den Plan gerufen. Für sie ist die entscheidende Frage, wie es dazu kommen konnte, dass der heute 78-Jährige sich über den Zeitraum von rund einem halben Jahr in 27 Fällen an wehrlosen Mitbewohnerinnen vergehen konnte. Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Pflegeheimes wurden eingestellt.

© SZ.de/dpa/vewo
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