Wiesn-Überraschung:Oktoberfest 2024 mit der Oidn Wiesn

Wiesn-Überraschung: Ein Zuschauermagnet: die Oide Wiesn, die es zur Jubiläumsfeier "200 Jahre Oktoberfest" im Jahr 2010 das erste Mal gab.

Ein Zuschauermagnet: die Oide Wiesn, die es zur Jubiläumsfeier "200 Jahre Oktoberfest" im Jahr 2010 das erste Mal gab.

(Foto: Johannes Simon/Getty Images)

Das Zentral-Landwirtschaftsfest findet nicht statt. Das macht den Platz frei für die beschauliche Wiesn-Erweiterung. Doch jetzt muss es schnell gehen.

Von René Hofmann

Das größte Volksfest der Welt könnte in diesem Jahr mit seiner beschaulichen Erweiterung stattfinden, der nostalgischen Oidn Wiesn mit historischen Fahrgeschäften, ruhigeren Festzelten und beschaulichen Buden. Eigentlich war dies in diesem Jahr nicht geplant, weil vom 21. bis zum 26. September auf dem Südteil der Theresienwiese turnusgemäß das 126. Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) stattfinden sollte.

Das ZLF ist "eine Landwirtschaftsausstellung mit Festcharakter. Besucher aus Stadt und Land können aktuelle Trends der Land- und Forstwirtschaft entdecken. Dazu täglich wechselnde, atemberaubende Pferdevorführungen und Schaunummern im Großen Ring - das ZLF ist einfach einen Besuch wert": So wurde die Veranstaltung am Donnerstagabend noch auf der eigenen Homepage beworben.

Auch Anmeldungen für Aussteller waren noch möglich, obwohl bereits die Nachricht kursierte, dass das ZLF 2024 nicht stattfinden werde. Doch nun hat der Bayerische Bauernverband das traditionelle Fest auf der Theresienwiese für dieses Jahr offiziell abgesagt, weil sich zu wenig Aussteller gefunden haben. "Diese Entscheidung ist uns außerordentlich schwergefallen. Sie schien uns angesichts der über 200-jährigen Tradition der Veranstaltung als undenkbar und sie war für uns bis vor Kurzem auch nicht absehbar", sagte der Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes, Georg Wimmer, laut Mitteilung vom Freitag. Als Erstes hatte dies die Münchner Zeitung tz berichtet.

Im Vergleich zum vergangenen ZLF 2016 hatten sich nach Angaben des Bauernverbandes nicht einmal halb so viele Aussteller angemeldet. "Wir sehen keine Möglichkeit, so 2024 ein für die Besucher, Aussteller und uns als Veranstalter attraktives und wirtschaftlich tragfähiges ZLF durchzuführen."

Das ZLF sollte parallel zum Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese stattfinden. Die beliebte Oide Wiesn hätte dafür ein Jahr pausieren müssen. Diese soll nun nach Angaben der Stadt doch stattfinden, wie eine Sprecherin sagte.

Der SZ sagten mehrere Wirte, dass wegen des mutmaßlichen Wegfalls des ZLF die Planungen für eine Oide Wiesn konkret werden. Auf dem 3,5 Hektar großen Areal, das für vier Euro Eintritt pro Person betreten werden darf, standen 2023 drei große Festzelte: das Volkssängerzelt Schützenlisl, das Festzelt Tradition und das Herzkasperl-Festzelt. In den Fahrgeschäften ging es für 1,50 Euro pro Fahrt rund.

Damit in diesem Jahr Ähnliches geboten werden kann, muss es nun schnell gehen: Die Ausschreibungen müssen ordnungsgemäß vorbereitet werden.

Für das Landwirtschaftsfest soll die diesjährige Absage aber nicht grundsätzlich das Aus bedeuten. "Wir werden mit aller Kraft und zusammen mit unseren Partnern daran arbeiten, ein attraktives und tragfähiges Konzept für die Zukunft des Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfestes und die nächste Veranstaltung im Jahr 2028 zu erstellen", sagte Wimmer.

Das ZLF fand seit 1996 alle vier Jahre statt (zuvor war es alle drei Jahre abgehalten worden). 2020 entfiel es wegen der Corona-Pandemie. 2016 kamen 280 000 Besucher, die sich anschauen wollten, was in 15 Hallen von 650 Ausstellern gezeigt wurde. Das Zentral-Landwirtschaftsfest hat eine lange Tradition. Wie das Oktoberfest geht es auf das Pferderennen zurück, das zur Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig im Jahr 1810 abgehalten wurde. Wie diese Tradition fortgeführt werden soll, ist nun offen. Bis 2028 ist Zeit, eine Lösung zu finden.

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