Band der Woche:Von der Karaoke-Bar ins Tonstudio

Band der Woche: Sophie Romain singt über gebrochene Herzen, über unausgesprochene Worte und Narben, die bleiben. Doch warum? Kommt von Schmerz auch immer die bessere Musik? "Ich glaube schon", sagt sie

Sophie Romain singt über gebrochene Herzen, über unausgesprochene Worte und Narben, die bleiben. Doch warum? Kommt von Schmerz auch immer die bessere Musik? "Ich glaube schon", sagt sie

(Foto: Privat)

Die Sängerin Sophie Romain erinnert an Adele und Amy Winehouse. Doch in eine Schublade will sich die 20-Jährige nicht stecken lassen

Von Lisa Miethke, München

Gerade einmal 20 Jahre jung ist die Deutsch-Amerikanerin Sophie Romain. Und doch handeln die meisten ihrer bisherigen Songs von Schmerz. Sie singt über gebrochene Herzen, über unausgesprochene Worte und Narben, die bleiben. Doch warum? Kommt von Schmerz auch immer die bessere Musik?

"Ich glaube schon", sagt Sophie. "Man spürt die Emotion mehr raus." Dass sie damit zumindest in Bezug auf ihre eigene Musik recht behält, zeigt sich etwa in "Brown Eyes", veröffentlicht im März 2020. Darin erzählt sie mit markanter, tiefer Stimme und viel Gefühl die Geschichte einer gescheiterten Liebesbeziehung. Sanfte Beats mit Trap-Elementen und das Spiel einer E-Gitarre schleichen sich dabei in das Gehör und rauben dem Song dennoch nicht seine Schwere. Weitaus ruhiger, beinahe schon sphärisch wird es dann in "Quarter past Hope". "Der Song geht um das 'uncomfortable feeling'", sagt Sophie. "Ich habe darin versucht, ein Gefühl zu beschreiben, das ich selbst nie beschreiben kann. Man fühlt sich so nicht ganz richtig und irgendwie traurig."

Nicht immer ist es ihr eigener Schmerz, den sie in ihrer Musik aufgreift. Oft geht es auch um Personen aus ihrem engen Umfeld, für und über die sie Texte schreibt. Mit denen sie mitfühlt. Oder um Frauen in Tansania. "Einer meiner Songs geht um die Verstümmelung von Frauen, die dort beschnitten werden. Meine Mutter arbeitet viel mit humanitärer Hilfe in einem Safe House, wo diese Frauen hingehen können, um von dem ganzen wegzukommen", sagt Sophie. "Darüber habe ich einen Song geschrieben für eine Organisation, aber ich suche noch nach einem Produzenten."

Fragt man die junge Münchnerin, wie sie überhaupt erst zur Musik kam, sagt sie ohne zu zögern: "Ich habe eigentlich schon immer gesungen." Am Anfang nur für sich. Hin und wieder für ein paar Karaoke-Abende. Seit eineinhalb Jahren geht sie professionell an die Sache heran. Heute fällt in ihren Liedern besonders ihre Stimme auf, die mal an das Volumen und die Tiefe von Adele erinnert, mal an den rauchigen Ton von Amy Winehouse. Doch in eine Schublade stecken lassen will sie sich und ihre Musik nicht. "Da ist ein wenig Soul, ein bisschen R 'n' B, poppig auch. Aber ich wüsste ehrlich nicht, welches Genre ich mache."

Im Moment studiert Sophie Kommunikationsmanagement. Ein sehr breites Studium, wie sie selbst sagt, so könne sie im Zweifel auch ohne die Musik im Musikbusiness durchstarten. Doch will sie das wirklich? Ein Leben ohne die Musik? "Ich will es nie wieder aufhören. Es ist das, was ich liebe."

Sophie Romain

  • Stil: R&B / Soul
  • Besetzung: Sophie Romain (Gesang)
  • Aus: München
  • Seit: 2019
© SZ/mbr
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