Band der Woche:Queer und poppig

Band der Woche: "Ich bin einfach immer begeistert von Frauen, die Musik machen und die das irgendwie durchziehen. Weil ich weiß, wie hart das ist", sagt Loni Elle.

"Ich bin einfach immer begeistert von Frauen, die Musik machen und die das irgendwie durchziehen. Weil ich weiß, wie hart das ist", sagt Loni Elle.

(Foto: Phil and Marc Photography)

Singer-Songwriterin Loni Elle singt über warme Gefühle - und das Glück, Frauen zu lieben

Von Amelie Völker, München

Sie sind Vorbilder, und sie haben Wichtiges zu sagen: queere Musikerinnen und Musiker. In ihren Songs geht es um das Coming-out, um Liebesglück oder -leid und darum, sich selbst zu finden. So auch im Debüt-Song "Warm Fuzzies" der Musikerin Loni Elle, 19. Warme Gitarrenklänge, Melancholie in der Stimme - das ist ihr Erkennungszeichen. Der Song entstand für "quARTeer", ein queeres Münchner Projekt von CatCallsOfMuc und dem Verein Diversity München, das Diskriminierungserfahrungen queerer Menschen sichtbar macht.

Hinter "Warm Fuzzies" steckt auch Lonis persönliche Geschichte. "Auch wenn ich das Glück hatte, in einer relativ aufgeklärten Umgebung aufzuwachsen, war es schon noch einmal ein Schritt, mir klar zu werden, dass ich auch auf Frauen stehe. Und es ist so wichtig, dass man da Verbundene hat, die einen verstehen", sagt sie. Vor allem dieses positive Bild möchte Loni in ihrem Song transportieren. "Es ist natürlich schlimm, wie viel Homophobie da draußen noch ist. Aber um so toller ist es, wenn man eine Community für sich findet und dann so gemeinsam in der Welt ist." Warm Fuzzies also. Warme Gefühle.

Loni Elle, die mit richtigem Namen Loni Lipp heißt, wuchs in einer musikalischen Familie auf, ihr Vater spielte immer in Bands. Nach ihrem Abitur im vergangenen Jahr wollte auch sie viele Konzerte spielen. Schwieriges Vorhaben während der Corona-Pandemie. Also bewarb sie sich an der "Berufsfachschule für Musik Fachrichtung Rock, Pop, Jazz" in Pasing und wurde genommen. "Eine meiner besten Entscheidungen bisher", sagt Loni.

Inspirieren lässt sich die junge Musikerin vor allem von weiblichen Musikerinnen, etwa von der südafrikanischen Singer-Songwriterin Alice Phoebe Lou. "Ich bin einfach immer begeistert von Frauen, die Musik machen und die das irgendwie durchziehen. Weil ich weiß, wie hart das ist", sagt Loni. Damit spricht sie das Problem von Gender-Ungleichheiten in der Musikbranche an: "Man merkt es schon allein in der Schule, in der ich jetzt bin. Von 18 Menschen in meinem Jahrgang sind es nur vier Frauen." In letzter Zeit habe sie mehr und mehr einen Blick dafür entwickelt. "Wenn ich auf Konzerte gehe und andere Bands feiere, fühle ich teilweise so einen Stich ins Herz, wenn ich keine Frau auf der Bühne sehe", sagt sie. "Weil ich weiß: Es gibt so viele tolle Musikerinnen da draußen. Und die werden einfach nicht genug gepusht."

Loni Elli

  • Stil: Singer-Songwriter, Indie-Pop
  • Besetzung: Loni Lipp (Gesang, Gitarre, Bass)
  • Aus: München
  • Seit: 2021
© SZ/mbr
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