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Münchner Innenstadt:Fischbrunnen am Marienplatz sprudelt nicht mehr

Der Fischbrunnen am Marienplatz, 2021

Restauratoren reinigen die Figuren auf dem Fischbrunnen vor dem Rathaus.

(Foto: Robert Haas)

Nach zehn Jahren Dauerbetrieb wird der Brunnen saniert. Welche Arbeiten an dem denkmalgeschützten Bauwerk nun nötig sind.

Von Julian Limmer

Aus den Eimern der drei Metzgerburschen fließt kein Tropfen mehr: Die drei Bronzefiguren, die sich rund um die Mittelsäule des Fischbrunnens auf dem Marienplatz befinden, sitzen seit einer Woche buchstäblich auf dem Trockenen. Ein seltener Anblick. In den vergangen zehn Jahren sprudelte fast ununterbrochen Wasser aus den Düsen des Brunnens, egal, ob Sommer oder Winter. Doch dieser Dauerbetrieb hat Spuren hinterlassen: Die Beschichtung des Natursteins ist über die Jahre marode geworden und auf den drei Bronzegesellen hat sich Kalk abgelagert. Um diese Schäden zu beheben, ist der beliebte Münchner Treffpunkt vor dem Rathaus von einem Bauzaun umschlossen, um den ein rot-weißes Absperrband gewickelt ist.

Dahinter sind Spezialisten mit dicken Schutzbrillen und Winkelschleifern am Werk, die den Brunnen gründlich sanieren. Zunächst kümmern sich Natursteinrestauratoren und Steinmetze um das Brunnenbecken. Denn würde die Beschichtung nicht repariert, könnte Wasser in die Fugen des Brunnens eindringen und zu Frostsprengungen führen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Wasser ausläuft und sich im Winter rund um den Brunnen eine Eisschicht bildet, teilt das Baureferat mit. Um dem vorzubeugen, müssen die Restauratoren zunächst die alte Beschichtung mit einer speziellen Strahltechnik entfernen - und die Oberfläche mit Heißluft reinigen. Danach wird das Becken neu beschichtet.

Der typische türkisfarbene Boden, der normalerweise das Wasser im Becken hell erleuchten lässt, bleibt jedoch erhalten. Überhaupt musste jede Maßnahmen zuvor mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden, heißt es von der Stadt. Die Arbeiter müssen alle Schritte akribisch dokumentieren, denn am Ende soll sich an der Optik des denkmalgeschützten Bauwerks nichts ändern.

Das gilt auch für die drei Bronzefiguren, die als Reste des ursprünglichen Fischbrunnens übrig geblieben sind, der 1944 bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Restauratoren werden die drei Bronzegesellen nun vor Ort vom Kalk reinigen und sie nachher mit Spezialwachs konservieren. Durch die Wachsschicht lässt sich der Kalk bei künftigen Reinigungen besser entfernen. Bereits vor knapp fünf Jahren wurden die Figuren zuletzt saniert, damals mussten sie sogar für einige Tage ihren angestammten Platz vor dem Rathaus verlassen. Die aktuellen Bauarbeiten dauern voraussichtlich noch bis zum 23. April. Die komplette Sanierung kostet die Stadt zwischen 20 000 und 25 000 Euro. Zuletzt wurde der Fischbrunnen im Jahr 2011 restauriert.

Der Fischbrunnen seht auf einer der ältesten Brunnenanlagen Münchens. Bereits im Jahr 1343 entstand an der Stelle der sogenannte "Bürgerbrunnen." Später entwarf der Münchner Bildhauer Konrad Knoll den ersten Fischbrunnen, der 1866 in Betrieb genommen wurde. Der alte Brunnen hatte noch wesentlich mehr Elemente als heute: Neben den teilweise erhaltenen Metzgerfiguren zierten ihn damals zudem Wasser spuckende Delfine und vier musizierende Buben, ganz oben auf der Mittelsäule stand ein bronzener Altgeselle, der mit erhobener Hand einen Krug in den Himmel reckte.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg konzipierte der Bildhauer Josef Henselmann den neuen Fischbrunnen - seit 1954 fließt Wasser aus seinen Düsen. Der runde Fisch, der seitdem auf der Mittelsäule thront, erinnert an die Zeiten, als der Marienplatz noch zentraler Marktplatz war, auf dem Fischhändler ihre Ware anboten. Dafür hängten sie ihre Körbe in das Brunnenwasser, in denen die noch lebenden Fische zappelten.

© SZ vom 19.04.2021/mmo, van
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