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Ausstellung im Münchner Kunstareal:Zeichen der Offenheit

Weltweit wurde das Tolerance Poster Projekt schon gezeigt. Jetzt ist es im Münchner Kunstareal zu sehen, an Wänden und in Fenstern von Museen, Kirchen und U-Bahn-Stationen.

Von Evelyn Vogel

In Thailand wurden sie in einer Shopping-Mall gezeigt, in Dänemark an einer Fensterreihe rund um die Universität plakatiert, in Süd-Korea waren sie auf Gestellen auf einem Platz vor einer Designschule aufgebaut, Taiwan präsentierte sie im Innenraum eines historischen Gebäudes, Rumänien plakatierte sie an einem Zaun rund um eine Kunstsammlung und Kroatien hatte eine Posterkette rund um den Botanischen Garten gezogen - wo sie keine 24 Stunden später von Nazi-Sprühereien verunstaltet worden waren. Dennoch wurde das "Tolerance Poster Projekt" seit seinem Auftakt im November, anlässlich des internationalen Tages der Toleranz, ein weltweit erfolgreiches Unterfangen.

An 64 Stationen in 27 Ländern wurde eine Auswahl von mehr als 90 verschiedenen Plakaten bereits gezeigt. Seit Anfang April hängen die Plakate an mehr als zehn verschiedenen Orten über das Münchner Kunstareal verteilt an Wänden, in Fenstern und an Türen von Museen, Kirchen, der HFF sowie in U-Bahn-Stationen, so dass man die meisten von ihnen auch jederzeit sehen kann. Das Münchner Design Museum "Die Neue Sammlung" hat das Projekt nach Deutschland geholt. Caroline Fuchs von der Neuen Sammlung und Lars Harmsen von der Fachhochschule Dortmund haben die Auswahl getroffen.

169 Einsendungen aus aller Welt

Dabei sind die Plakate des "Tolerance Poster Projekts" so vielfältig wie die Künstlerinnen und Künstler, die sie gestaltet haben. Schon 2017 bat der bekannte Grafikdesigner Mirko Ilić Gestalterinnen und Gestalter, ein Plakat zum Thema Toleranz zu entwickeln. Ilić begann in seiner Heimat Bosnien als Zeichner und Comic-Illustrator. Nach seinem Umzug nach New York wurde er Art Director des Time Magazine, gestaltete Cover für Zeitschriften wie den Spiegel, The Nation oder auch für die Band Rage Against The Machine.

Die einzige Vorgabe, die Ilić den Gestaltern machte: Das Plakat musste das Wort Toleranz in der jeweiligen Landessprache enthalten. Das erste Poster kam von dem im vergangenen Jahr verstorbene New Yorker Gestalter Milton Glaser, der auch das Projektlogo entwarf. Seitdem erhielt Ilić insgesamt 169 Einsendungen aus der ganzen Welt. Dabei sind rein typografische Arbeiten, fotografische Plakate bis hin zu Illustrationen. Überall spielt das Wort "Toleranz" eine Rolle - mal deutlich sichtbar, mal eher versteckt, bis hin zum Verschwinden. So wie im Leben.

Tolerance Poster Projekt, Kunstareal, bis 29. April, alle Standorte unter www.dnstdm.de/tolerance

© SZ vom 07.04.2021/blö
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