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Klimanotstand:Rette sich, wer kann!

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Der Kampf gegen den Klimawandel ist eben auch eine Zeitfrage. Rolex-Uhren jedenfalls sind dieser Tage in München nicht mehr zu bekommen.

(Foto: AFP)

Der Stadtrat hat den Klimanotstand ausgerufen. Das versetzt viele Münchner offenbar in Panik. Schon soll es Hamsterkäufe und Versorgungsengpässe geben - etwa bei Rolex-Uhren.

Mit knapper Mehrheit hat der Münchner Stadtrat vergangene Woche den Klimanotstand ausgerufen, und noch immer stellt sich die Frage, ob das eine gute Idee war. Zunächst einmal hat die Politik offiziell anerkannt, wovor Schüler und Wissenschaftler schon lange warnen: München wird akut durch die Klimaerhitzung bedroht. Zwar scheinen die ersten Folgen noch akzeptabel zu sein: T-Shirt-Wetter - und das im Dezember! Deutlich unangenehmer wird es allerdings, sobald demnächst Krokodile den Englischen Garten bevölkern.

Was macht es mit den Menschen, wenn sie wissen, dass großes Unheil quasi unmittelbar bevorsteht? Leben sie besonnener, klimaschonender? Darauf hoffen ja die Befürworter des Klimanotstands. Doch offenbar ist exakt das Gegenteil der Fall: In der Innenstadt spielen sich seit dem Entscheid dramatische Szenen ab. Menschen mit gehetztem Blick drängen in die Läden, kaufen wahllos Gegenstände und gewaltige Mengen Lebensmittel - zweifellos Hamsterkäufe. Es wird geschimpft und geschubst, jeder wirkt zunehmend gereizt.

Man beobachtet Leute dabei, wie sie ohne ersichtlichen Grund Bäume in ihre Häuser schleppen - vermutlich eine Übersprungshandlung. Andere trinken schon tagsüber Alkohol, dicht gedrängt in kleinen Gruppen. Offenbar lagen die Skeptiker des Klimanotstands nicht so falsch mit ihrer Sorge, die Münchner könnten angesichts der Gefahr in Panik geraten und manche Hemmung fallen lassen.

Verschärft wird das allgemeine Krisengefühl durch erste Berichte über Versorgungsengpässe. In der ganzen Stadt gebe es keine Rolex-Uhren mehr, meldet die Abendzeitung, "nicht mal ein Ziffernblatt". "Als hätten überall zwischen Residenz- und Weinstraße Raubüberfälle stattgefunden", notiert die offensichtlich geschockte Reporterin. Wer will in so einer Stadt noch leben?

Immer mehr Münchner haben offenkundig genug. Sie packen die Noteinkäufe in ihre Autos und fahren los. Es heißt, sie würden für ein paar Tage ihre Verwandten besuchen. Und so greift das Chaos auf die Straßen über. Es bilden sich lange Staus wie in einem Endzeitfilm, kurz bevor der Riesen-Hurrikan die dem Untergang geweihte Stadt pulverisiert.

© SZ vom 23.12.2019
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