Fackelschwimmen in der Isar:Die Badesaison ist eingeläutet

Lesezeit: 1 min

Fackelschwimmen in der Isar: Die Badesaison ist eingeläutet: Ein Schwimmer der Wasserwacht in der Isar.

Die Badesaison ist eingeläutet: Ein Schwimmer der Wasserwacht in der Isar.

(Foto: Leonhard Simon)

Die Temperaturen sind rekordverdächtig hoch, als ein Dutzend Isarretter zum Fackelschwimmen in die Isar steigen.

Von Joachim Mölter

Bei den teilweise rekordverdächtig hohen Temperaturen seit dem Jahreswechsel drängt es sich fast auf, die Badesaison einzuläuten. Die Wasserwachtler der Ortsgruppe München-Mitte taten das schon mal am Dreikönigstag, nach Einbruch der Dunkelheit. Bei immerhin noch acht Grad Lufttemperatur stiegen rund ein Dutzend Männer und Frauen an der Großhesseloher Brücke ins kalte Wasser. Dagegen schützten sie sich mit Neoprenanzügen, die Nacht leuchteten sie mit Fackeln aus.

Mit diesem Fackelschwimmen setzten sie eine Tradition fort, die viele Wasserwacht-Gruppen zu dieser Jahreszeit gepflegt haben, die aber durch die Corona-Pandemie unterbrochen wurde. Höhepunkt der Frühbadesaison war das Donauschwimmen in Neuburg, zu dem stets mehrere Hundert Wasserfreunde aus dem ganzen Bundesgebiet anreisten. Auch das wird nun wiederbelebt, am 28. Januar, allerdings tagsüber.

Weil es sich schlecht schwimmen lässt, wenn man mit einer Hand eine Fackel über Wasser halten muss, ließen sich die Münchner Wasserwachtler lieber treiben im Isarwerkkanal; der verläuft fast parallel zum Fluss, hat aber eine stärkere Strömung. Nach rund zwei Kilometern und einer Dreiviertelstunde im Wasser kletterten die hartgesottenen Männer und Frauen kurz vor dem Isarwerk 1 an Land und gingen die restlichen Meter zu ihrer Station an der Marienklause zu Fuß.

Dass die Isar in jüngerer Vergangenheit vergleichsweise wenig Wasser führte und schwach strömte, hat der Wasserwacht München-Mitte viel Arbeit erspart. Die sogenannten "Isarretter" sind ja an einer tückischen Stelle angesiedelt, an einem Wehr - und wenn die Isar Hochwasser hat, kommt es dort oft zu lebensgefährlichen Situationen für Schlauchboot-Fahrer oder Badegäste. Weil im vorigen Jahr aber auch die Isar von der allgemeinen Trockenheit betroffen war, musste das Wachpersonal von der Marienklause kein einziges Mal zu einer Wasserrettung ausrücken. Abgesehen von kleinen Malheurs wie Wespenstichen und Wundversorgungen wurde es nur 15 Mal zu größeren Einsätzen gerufen wie Fußbrüchen oder Fahrradstürzen.

Wer sich in diesen Tagen zum Baden in die Isar begibt, tut das freilich auf eigene Gefahr. Die allesamt ehrenamtlich tätigen Wasserwachtler nehmen ihren Dienst erst am 1. Mai auf und versehen ihn zudem nur bei schönem Wetter an Wochenenden und Feiertagen. Auch das gehört zu ihren Traditionen.

Fackelschwimmen in der Isar: In der Nähe der Großhesseloher Brücke ging es ins Wasser

In der Nähe der Großhesseloher Brücke ging es ins Wasser

(Foto: Leonhard Simon)
Zur SZ-Startseite
Pressebild Paketposthalle

SZ PlusWohnprojekte
:So sieht das neue München aus

Es geht etwas voran beim Wohnungsbau. Zehn große Bauprojekte werden die Stadt verändern. Ein Überblick.

Lesen Sie mehr zum Thema