Chemie-Einsatz:Glyphosat im Blumenfeld

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Zwischen Solln und Obersendling soll das hoch umstrittene Herbizid gespritzt worden sein. Zunächst wurde das empört bestritten - doch jetzt stellt sich heraus, dass zumindest ein Feld davon betroffen ist.

Das offizielle Untersuchungsergebnis der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) liegt zwar noch nicht vor, doch nach einer Vorabinformation ist zumindest auf einem der Felder im Bereich Wolfratshauser und Ludwigshöher Straße das hoch umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat zum Einsatz gekommen. Betroffen sei ein etwa 3500 Quadratmeter großes Blumenfeld, betrieben von einem Unterpächter der Firma Storz. Unlängst hatten gleich mehrere Sprecher landwirtschaftlicher Betriebe entsprechende Vermutungen noch empört zurückgewiesen, unter anderem bei einem Auftritt im Bezirksausschuss. Inzwischen räumten sie ihren Irrtum selbst ein. Möglicherweise verstieß der Unterpächter jedoch nicht gegen geltende Gesetze, denn Glyphosat ist in der EU nicht verboten. Insofern bleibt vorerst offen, ob eine bereits erfolgte Kündigung des Unterpachtvertrags wirksam wird.

Unterdessen haben zwei Unternehmen - Storz Erdbeeren und Lorenz Mayer GbR - erneut beteuert, sie hätten niemals Glyphosat gespritzt und würden dies auch künftig unterlassen. "Die Verwendung von Glyphosat widerspricht unseren Anbaugrundsätzen. Wir sind als regionaler bayerischer Lebensmittelproduzent darauf angewiesen, dass unsere Abnehmer unsere Produkte sorgenfrei genießen können und bereit sind, dafür einen Premiumpreis zu bezahlen", erklärte Lorenz Mayer. Man bedauere die "Vorkommnisse" außerordentlich.

Der Verdacht, auf den Feldern zwischen Solln und Obersendling könnte das Totalherbizid verwendet worden sein, war bei einer Bürgerversammlung geäußert worden. Anschließend hatte der Bezirksausschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln öffentlich darüber diskutiert, was ihm von Seiten der Landwirte als Geschäftsschädigung angekreidet wurde. Die Auseinandersetzung gipfelte in hitzigen Wortgefechten. Und in der allgemeinen Hoffnung, eine Untersuchung der LfL werde endgültig Klarheit schaffen in der Glyphosat-Frage.

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