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TSV 1860 München:Eine Absage an Ismaiks Stadion-Pläne

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Das Grünwalder Stadion kann von aktuell 15 000 auf maximal 18 105 Plätze vergrößert werden, am Mittwoch entscheidet der Stadtrat darüber.

(Foto: Bernd Feil/Imago)

Für 30 Millionen Euro soll das Grünwalder Stadion ertüchtigt werden. Die Zustimmung im Stadtrat gilt als wahrscheinlich. Der 1860-Investor hält das für Unsinn.

Dass der TSV 1860 auch in der Stadionfrage mit mehreren Stimmen spricht, ist der Münchner Politik durchaus bekannt. Im Vergleich zum Fußballverein ist der Stadtrat jedoch geradezu ein harmonisches Gremium, was sich auch am Mittwoch im Umgang mit der Sanierung des Stadions an der Grünwalder Straße zeigen könnte. Die drei großen Fraktionen SPD, CSU und Grüne signalisieren vorab, dass sie einer Sanierung und einer Erweiterung der Zuschauerkapazitäten auf 18 060 Plätz zustimmen wollen. Ungeachtet dessen, dass der wichtigste Gesellschafter Hasan Ismaik das für Unsinn hält, der Gesamtverein es jedoch sehr begrüßt.

Die Stadt würde knapp 30 Millionen Euro ausgeben mit der Perspektive, das Stadion auch für die zweite Bundesliga tauglich zu machen. Die immer wieder geäußerten Neubaupläne des Investors Ismaik hält man im Stadtrat für erledigt. "Es wurde bisher kein Standort gefunden und ich wüsste auch nicht wo. Wir haben uns als Stadt zu dem Standort Grünwalder Straße bekannt, das Stadion erhalten, dieses für den Münchner Fußball ertüchtigt und jetzt wollen wir dort auch das ermöglichen, was dort geht", sagte Verena Dietl, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende. Nach langem Hin und Her sei es nun wichtig, "endlich darüber Klarheit" zu haben. Auch CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl erklärte: "Wir werden zustimmen." Die Grünen hatten sich bereits am Freitag dafür ausgesprochen.

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Da war Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit der lange erwarteten Machbarkeitsstudie an die Öffentlichkeit gegangen. Diese erteilte allen Träumen von mehr als 18 105 Plätzen eine Absage. Aus Marketing-Gründen wurden daraus 18 060. Das Architekturbüro Speer und Partner sieht in der Studie das Baurecht als begrenzenden Faktor. Sobald der Bestandsschutz nicht mehr ausreicht und eine neue Genehmigung nötig sei, könnten Klagen das Ende des Stadions bedeuten, heißt es darin.

Derzeit dürfen nur 15 000 Fans die Spiele besuchen. Die 3000 zusätzlichen Plätze alleine werden die Zukunft der Löwen im Profifußball jedoch nicht sichern. Wichtig sind unter anderem die etwa 850 Vip-Sitze und der mögliche Einbau von sechs Logen. Der Verein TSV 1860 erklärte schriftlich, er würde sich deshalb über eine "positive Entscheidung" des Stadtrats sehr freuen.

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