Coronavirus in München:Die Inzidenz steigt, Omikron holt auf

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Coronavirus in München: Die Corona-Situation verschärft sich wieder, Vorsicht wird groß geschrieben - auch beim Einkaufen.

Die Corona-Situation verschärft sich wieder, Vorsicht wird groß geschrieben - auch beim Einkaufen.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Wegen Weihnachten und Neujahr wurde weniger getestet, sodass die Zahlen vorübergehend gefallen sind. Die neue Corona-Variante macht fast die Hälfte aller aktuellen Verdachtsfälle aus.

Von Stephan Handel

Das Gesundheitsreferat der Stadt (GSR) rechnet damit, dass sich die Münchner Corona-Inzidenz bis kommende Woche wieder so stabilisiert haben wird, dass sich Effekte wegen der Feiertage nicht mehr auf sie auswirken. Die Inzidenz war über Weihnachten kontinuierlich gesunken und hatte am 27. Dezember den Tiefstwert von etwa 160 erreicht. Seitdem steigt sie wieder; gestern lag sie bei 216,9.

Das GSR teilt auf Anfrage mit, dass an allen Tagen Fälle erfasst und an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gemeldet worden seien - außer am 25. Dezember und am 1. Januar. Das LGL meldet die Daten an das Robert-Koch-Institut, das sie dann veröffentlicht. Die vergleichsweise niedrigen Inzidenzen der vergangenen Tage führt das Referat darauf zurück, dass weniger getestet und daher auch weniger gemeldet worden sei. Dass die Zahlen jetzt wieder steigen, könnte sowohl daran liegen, dass die Labore ihre Kapazitäten wieder nach oben fahren als auch daran, dass wieder mehr getestet wird - was davon zutrifft, will das Referat nicht beurteilen.

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Die Inzidenz wird immer für die zurückliegenden sieben Tage berechnet. Da nun noch der Feiertag Heilige Drei Könige und das Wochenende bevorstehen, rechnet das GSR damit, dass die Zahlen in der kommenden Woche wieder aussagekräftig werden, wenn die Feiertagseffekte sich nicht mehr auswirken.

Von 720 Corona-Fällen am Montag waren 134 Nachmeldungen

Am Montag wurden 720 neue Corona-Fälle gemeldet, darunter 134 Nachmeldungen. Gestorben ist wegen des Virus niemand. Somit wurden bislang 145 529 Münchner positiv getestet. Davon sind 137 563 Menschen wieder genesen, es gab 1631 Todesfälle. 6335 Menschen sind aktuell infiziert.

Die Omikron-Variante ist unterdessen auch in München auf dem Vormarsch. In den vergangenen zwei Wochen wurden 1329 Verdachtsfälle gemeldet, fast schon so viele wie mit den vorhergehenden Varianten (1541). Den Großteil davon macht die Delta-Variante aus, Alpha-, Beta- und Gamma-Fälle werden nur noch vereinzelt gemeldet.

Bei den erwachsenen Münchnern hat die Impfquote mittlerweile die 80 Prozent überschritten, sie liegt für die Erstimpfung bei 84,2 Prozent, für die Zweitimpfung bei 79,7 und für den Booster bei 38,2. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung liegt die erste Impfung bei 70,7 Prozent, für die zweite bei 67,0 und für den Booster bei 32,1 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass für Kinder unter fünf Jahren noch kein Impfstoff zugelassen ist, sie also noch gar nicht geimpft werden können.

Aktuell sind Tausende Impfstoff-Dosen vorrätig und etliche Impftermine frei

Impfstoffmangel herrscht in München derzeit nicht. Das GSR antwortete am Dienstag auf eine Anfrage der beiden CSU-Stadträte Manuel Pretzl und Hans Theiss vom vergangenen November und beziffert darin den Vorrat zum Stichtag 3. Januar mit 37 000 Dosen Biontech, 24 000 des Biontech-Kinderimpfstoffs, 27 000 Dosen Moderna und 2400 Dosen Johnson & Johnson. Den Vorwurf der Anfrage, die Stadt habe zu spät und zu wenig Impfstoff bestellt, weist das Referat zurück. Damals im November mussten Impftermine wegen Mangels an Vakzin abgesagt werden. Das habe aber, so das GSR, an der "nicht vorhersehbaren hohen Impfbereitschaft" der Bürgerinnen und Bürger gelegen, so dass die am 2. November bestellte, am 6. genehmigte und am 7. ausgegebene Bestellung tatsächlich nicht ausreichte und eine "vorübergehende Impfstoffknappheit" eintrat: "Dieser konnte durch eine weitere Lieferung am 13.11.2021 begegnet werden", wie es in der Antwort des Referats heißt.

Im Impfzentrum Riem und den Außenstellen stehen für die nächsten zwölf Tage täglich noch bis zu 1800 Termine zur Verfügung. Auch bei den Kinderimpfungen im Kinder-Impfzentrum Gasteig sind noch erhebliche Kontingente frei - aktuell sind bis Ende Januar rund 6500 Termine noch nicht gebucht. In der vergangenen Woche (27. Dezember bis 2. Januar) sind im Impfzentrum Riem, den Außenstellen und im Kinder-Impfzentrum Gasteig sowie bei den mobilen Sonder-Impfaktionen insgesamt 20 768 Personen geimpft worden (Erst-, Zweit- und Drittimpfungen).

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