SZenario:Motor für mehr Miteinander

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SZenario: Ilka Horstmeier, Personalvorstand von BMW (links) und Miguel Angel Moratinos gratulieren Rita Ezenwa-Okoro aus Nigeria zum Intercultural Innovation Award.

Ilka Horstmeier, Personalvorstand von BMW (links) und Miguel Angel Moratinos gratulieren Rita Ezenwa-Okoro aus Nigeria zum Intercultural Innovation Award.

(Foto: Jorge Ferrari/oh)

BMW verleiht den Intercultural Innovation Award an Graswurzel-Projekte aus zehn Ländern. Eine Woche lang knüpfen sie in München Netzwerke von Sri Lanka über Nigeria bis Mexiko.

Von Martina Scherf, München

Sie kommen aus Indien und Nigeria, aus Mexiko, Großbritannien und sechs weiteren Ländern. Eine Woche lang haben Gründerinnen und Gründer kreativer und sozialer Projekte München und die BMW-Welt kennengelernt. Weniger den Auto-Tempel und das Museum, das auch, aber vor allem trafen sie Menschen, die sich mit "Soft Skills" auskennen: BMW-Managerinnen und -Manager, Unternehmensberater, Marketing- und Social-Media-Experten.

Alle zehn Organisationen sind Träger des Intercultural Innovation Award, den BMW zusammen mit den Vereinten Nationen verleiht. Innovation bedeutet hier einmal nicht neue Antriebstechnik. Nein, dieser Award soll Toleranz und Inklusion in kreativer Weise fördern. Das seien die Werte, die eine Gesellschaft und ein Unternehmen voranbringen, sagte Ilka Horstmeier, Personalvorstand von BMW.

Deshalb engagiert sich das Unternehmen schon seit elf Jahren in diesem Projekt. Der Award war im vergangenen Herbst in Dubai verliehen worden. Jetzt trafen sich alle ein zweites Mal in München. Auch der frühere spanische Außenminister und jetzige UN-Beauftragte Miguel Angel Moratinos war in die bayerische Landeshauptstadt gekommen. Man werde weiter solche "Graswurzel-Initiativen" stärken, sagte er, denn sie trügen dazu bei, eine Gesellschaft inklusiver und diverser zu machen.

Jeder Preisträger erhält 20 000 Euro

Die Preisträger wurden unter 1100 Bewerbern aus 120 Ländern ausgewählt, jeder von ihnen hat 20 000 Euro erhalten. Aber fast noch wichtiger, sagen alle, seien die Einladung nach München und die Netzwerke, die sie hier knüpfen konnten. "Menschen in kreativen oder sozialen Projekten sind oft sehr gut in ihrem Bereich, aber sie brauchen auch unternehmerische Fähigkeiten, um in der Gesellschaft etwas zu bewirken", sagte BMW-Projektleiterin Milena Pighi. Sie müssen sich um Sponsoren kümmern, Werbung machen, sich vernetzen, damit sie wahrgenommen werden. Rita Ezenwa-Okoro wirkt, als hätte sie gar nicht mehr viel Nachhilfe nötig. Sie gründete vor 15 Jahren in Nigeria ein Kunstprojekt, um Kinder von der Straße zu holen. Sie gewinnen Selbstbewusstsein und lernen, Verantwortung zu übernehmen. "Wir machen sie zu Street Kids Ambassadors." Einige ihrer Schützlinge, so erzählt sie, arbeiteten heute selbst in internationalen Organisationen.

Daniela Ancira Ruíz hilft straffällig gewordenen Frauen zurück in den Alltag. Als Jurastudentin besuchte sie das erste Mal ein Frauengefängnis in Mexiko City. Eine Gefangene erzählte ihr ihre Geschichte. Daniela war so berührt, dass sie beschloss zu handeln. Jetzt hilft sie mit ihrer Organisation "La Cana" Frauen, dem Teufelskreis aus Armut, Arbeitslosigkeit und Gewalt zu entfliehen.

Aus Indien berichtet Ayesha Alam. Sie hilft mit inklusiven Cafés Menschen mit Behinderung, ein Leben in Würde zu führen. Aus München dabei ist der Tanzpädagoge Alexander Wenzlik, der mit seinem Projekt "Always Remember, Never Forget" kreative Erinnerungsarbeit mit Jugendlichen betreibt. Zum Schluss der Woche tauschen alle bei Mango-Mozzarella-Salat und Steinbuttfilet noch schnell ihre Instagram-Accounts aus. Das Netzwerk soll bestehen bleiben.

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